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Tagebuch

Time to say Goodbye!

Ich hatte mir in dem Hotel-Lounge-Zimmer einen Milked-Coffee bestellt. Es kam ein Cappuccino und…alter Schwede, war der geil!! Ein richtig leckerer Cappuccino nach 3 Monaten, der zerging förmlich auf der Zunge! Und es wurde noch besser! Ich stellte mich unter die Dusche und es war eine, im Gegensatz zu der Guesthouse-Dusche, die am Schluss ja gar nicht mehr funktionierte und man den Kakerlaken-Fang-Becher zum Wasserbenetzen brauchte, mit intaktem riesen Duschkopf, eine richtiger Strahl, der da raus kam…und er war warm!!! Was ein Genuss, die erste richtige, warme Dusche nach Monaten…ich wollte gar nicht mehr unter dieser raus kommen!

Nach 6 Stunden war der Traum leider vorbei und ich musste raus (aus dem Zimmer, die Dusche habe ich nicht solange okkupiert).

Naja, waren ja dann nur noch 6 weitere, da ich erste Stunde wartend und laufend und suchend in dem Arrivalbereich verbrachte. Nachdem ich dann endlich durch die Sicherheitszone durfte (der Typ an dem Ausreiseschalter: „You did a movie in India?“, „No, I work as a volunteer. Theater-work. But I would love to do a movie here!“, “O.k. Next time in India, you do movie! Goodbye!”) vorbei an Flughafenangestellten, die in Mülleimer rotzten (ob sie wohl den Eimer für Recylebares benutzt haben?), habe ich nach einem kleinen Snack, den ich gegessen habe, den wohl unchaiischten Chai-Tee Indiens getrunken! Sie brachten mir irgendeinen Tee mit irgendwelchen Gewürzen und warme Milch, um diese reinzumischen…dabei weiß doch jeder Inder, ich mal eingeschlossen, das ein Chai MIT der Milch gekocht werden muss und mindestens 3 mal aufkochen muss…Mensch, Mensch, Mensch, Leute, Leute , Leute…

Irgendwann gingen auch diese Stunden vorbei (NUR zur Erinnerung: 13) und ich saß, allerdings 1 Stunde später als geplant im Flieger. Etwas grummelig sah ich auf die Uhr, da meine Anschlusszeit in Frankfurt sehr knapp, nämlich: 1 Stunde war. Und dann kam auch nicht die Durchsage des Kapitäns, dass wir noch nicht starten können, da Usbekistan den Überflug verweigerte…yeah, yeah, yeah… Doch dann entschied der Pilot einfach mal zu starten und spontan über eine neue Flugroute nachzudenken, was mir sehr entgegen kam!

 Dann ging es los…und endete nach über 8 Stunden in Frankfurt: Baby-und Kindergebrüll. Am Stück schrien sich 2 Winzmenschen im gegenseitigen Battle sich die Stimme aus dem Leib! Es war schrecklich, ich bin nicht zum Schlafen gekommen! Dank leichter Medikation bin ich nicht ausgerastet, aber kurz vorm Gewalttätigwerden war ich schon…natürlich nicht gegen die Babys, aber die Mütter wären nicht davon gekommen. Auch wenn ich mir jetzt den Hass aller Eltern zuziehe (ist ja eh mein letzter Blogeintrag, da kann ich mal ein wenig provozieren), es gibt doch sicher Vorkehrungen um den Kleinen den Flug erträglicher zu machen (und allen anderen Fluggästen), irgendwelche leichte Beruhigungsmittel (war da nicht was mit Schnuller in Wiskey tauchen…o.k., lassen wir da) wird es doch geben, so war es doch auch für die Schreihälse eine stundenlange Tortur!!

In Frankfurt sollten wir eigentlich im Bereich A landen, da sollte auch mein letzter Flieger, der nach Hamburg starten. Wir holten eine halbe Stunde auf, so war es zwar möglich den Flug zu bekommen, aber fraglich, ob ich es auch wirklich schaffe! Wir landeten allerdings im Bereich B und das ziemlich hinten und mein Anschlußflug wurde auch verlegt, und dass natürlich nicht auf ein näheres gate, sondern von A13 nach A23 also ein weiterer lustiger, freudiger Weg. Noch dazu kam, dass überall Bereich A ausgeschildert war, wa mich völlig irritierte und ich irgendeinen der angezeigten Wege langging und ich sicher die bekannteste Route, um zu meinem Zielgate zu kommen, genommen habe. An der erneuten Sicherheitskontrolle war ich diejenige, die diese fast verlor. Ich wurde richtig pampig, als ich auch noch meinen Schal ausziehen sollte. „Meinen Schal, wieso das denn?“ und als ich den Trolly nicht einfach so aufs Band, sondern ebenfalls in eine Kiste packen sollte, meinte ich nur „So ein Schwachsinn!“. Trotzdem liesen sie mich durch und total nassgeschwitzt und in der festen Annahme „Die nehmen mich nicht mehr mit!“ kam ich keuchend und zitternd am Gate, an dem der Flug schon nicht mehr angezeigt war, an. Doch sie machten eine Ausnahme und da der Economy-Eingang schon zu war, enterte ich vorne in der Business-Class den Flieger und das ganze Flugzeug durfte an meinem Odeur ala „Alter Schwede, was für ein atem(be)raubender Gestank!“ teilhaben. Ich versuchte mich so wenig wie möglich zu bewegen und meine Arme zu heben, war nicht immer möglich und ich wusste: „Wenn man sich schon selber riecht, dann ist es besonders schlimm!“

 Und dann war ich da (das ich nicht Rosengleich duftete wurde mir von meinem Mann ziemlich schnell bestätigt). Weinend vor Freude lag ich in seinen, Blumen haltenden, Armen und fühlte mich gleich zuhause und richtig! Richtig, hier gehör ich hin! Richtig, ich liebe die Jahreszeiten! Richtig, ich liebe die Farbe Grau…jawohl und Winderklamotten! Und, richtig, ich kann wieder Menschen angucken, ohne gleich Hintergedanken angedreht zu bekommen.

Ihr Lieben, meine Zeit als Voluntär ist vorüber! Ich würde es jeder Zeit wieder machen! Wie stark und beeinflussend die Eindrücke waren, muss ich den meisten ja nicht erzählen…

Die wunderbaren Menschen, die ich getroffen habe, werden immer einen Platz in meinem Herzen haben und wer weiß eines Tages…

 Ich danke Euch, dass ich immer treu an meiner Seite wart, das hat mir oft Kraft gegeben und ließ mich nie alleine fühlen!

 Die liebgewonnene Angewohnheit des Blog-Scheibens wird mir schwer fallen, aber alles hat ein Ende (nur die Wurst hat zwei…tatatahhaahaakaklllaalalala)…

 Ein letztes Mal: Namaste und lasst es Euch gut gehen!

 

Auf halbem Weg nach Hause…

So, Ihr Lieben, ich gönn mir grad was!

Ich habe in der Premium Lounge eingecheckt und liege nun, für 3500 RUP, in meinem Bett mit Dusche incl. Waschutensilien, Softdrinks, Klingel, wenn ich was zu trinken will und sogar die Haare kann ich mir föhnen. Da ich meinen Koffer dabei habe, werde ich wohl die Duschgelegenheit mit Umziehen (aber was zieh ich an…ich hab nichts mehr für Kälte!?!) in Anspruch nehmen, vor allem, da ich feststellen musste, dass ich schon in Jodhpur am Flughafen stank…

Als ich heute Morgen aufwachte, kam mir alles schon wie ein Traum vor, die Mädchen, das Theater, meine Arbeit…alles in allem war es aber kein Albtraum und wenn alles „normal“ gelaufen wäre, wäre es ja stinken-langweilig gewesen…oder?!

Ich wurde noch ein wenig  wehmütig, da mir ständig Monishas „My beautiful, beautiful Ankel“ durch den Kopf ging; doch meine Entschluss, der von Stunde zu Stunde wächst, wieder zu kommen, lies mich wieder lächeln (Vorfreude die ja bekanntlich die Schönste ist).

Meine Flip-Flops, die mir durch dick und dünn, durch Wüste und Wasser, durch Freude und Frust stets treue Begleiter waren habe ich entsorgt…Mit einem tränenden Auge, aber irgendwann ist selbst der widerstandsfähigste Latschen durch!

Fares stand extra wegen mir früh auf! Normaler Weise schläft er mindestens bis  11, da er die Nacht bis 4 unterwegs war, hätte ich nicht vor 16 Uhr erwartet!

Er überreichte mir zum Schluss sogar Armreifen und nahm mich in den Arm…o.k…. Sachen gibt’s!?!

Bundi fuhr mich dann zum Flughafen und dort wurde ich, mein Koffer und mein Handgepäck aufs Übergründlichste untersucht. Was ein Glück schlug diese Sicherheitsanlage durch die man durch muss, bei mir nicht an…später gab sie bei jemanden anderen Alarm. Und wenn ich Alarm schreibe, dann meine ich auch Alarm!! Sie heulte los, als ob Bombenanschlag bevor stände. Alle schauten sich nach dem vermeintlichen Terroristen um, der grade die Sicherheitsschranke passierte…

Heute Morgen erzählte mir Fares übrigens, dass die beiden Stücke nun wirklich und oft aufgeführt werden, ab nächster Woche geht es los…wow…!

Dann ging es mit einer leichten Verspätung, die mir mal so rein gar nichts ausmachte (hab ich schon erwähnt, dass ich in Delhi….hmm, ich glaube schon…) los. Zunächst setzte ich mich doch tatsächlich in die falsche Reihe (ich werde mich nie wieder über die Idioten, denen so was passiert, lustig machen!), aber interessanter Weise machte es mir, nachdem ich darauf aufmerksam gemacht wurde, gar nichts aus. Ich meine damit, es war mir weder peinlich noch unangenehm, ich wiegte meinen Kopf hin-und her und verzog mich halt eine Reihe nach vorne!

Dann ist mir was seltsame Interessantes aufgefallen( Indien schaffte es doch immer wieder, bis zur letzten  Minute). Auf dem Rollfeld, bzw. auf der Rasenfläche zwischen Lande-und Startbahn standen lauter Menschen mit Trommeln in der Hand. Sie trommelten den abfliegenden Flugzeugen zu… Naja, ist ja jetzt nicht so, dass man sein Fenster runterkurbeln kann um zuzuhören, ebenso wenig dringt die Musik durch die Flugzeugwand, wahrscheinlich hören auch die Trommler selber nichts davon und mit den ganzen mitltärischen Düsenjägern, die ständig starten, ist der Job wohl auch nicht der angenehmste!?! Wie auch immer, ich habe aufgehört mich über irgendetwas zu wundern und Sachen zu hinterfragen…es ist halt so,…da stehen Trommler rum, die die Flugzeuge antrommeln, Punkt…

In Delhi angekommen, holte ich mein Gepäck, sah  zwei männliche Flughafenangestellte, die ebenso wie viele Männer in Indien Händchen haltend die Gepäckbänder passierten, wunderte mich nicht, kaufte mir Wasser und setzte mich, um das weiter  Vorgehen mit mir zu besprechen.

Wäre eine Tour nach Delhi am Flughafen angeboten worden (oder hätte ich es zumindest gesehen), hätte ich diese wohl gebucht („Hätte, hätte, Fahrradkette!“). Auf eigene Faust hatte ich so gar keine Lust, die letzten Nächte waren auch eher mau und ich war und bin hunde-müde, so erinnerte ich mich an Katis Tipp mit der Premium-Lounge and…here I am!! Es gibt Schlimmeres…das ein oder andere…!

Das ist ja schon ganz nett hier…die Zeit vergeht zwar auch nicht schneller, aber auch nicht langsamer. Und die Möglichkeit in einem gemütlichen Bett zu liegen, anstatt mit 1000 Leuten in der Abflughalle (zum Depature komm ich tatsächlich erst 5 Stunden früher!) mit dem ganzen Gepäck abzuhängen, ist doch die Angenehmere!

Die laute Umgebung und die niemals stillstehen wollende Wasserpumpe haben ihrer Tribut gefordert…außer dem leisen, monotonen Rauschen, ein Räuschchen, der Klimaanlage ist es mucksmäuschenstill, nach 3 Monaten ein Luxus für´s Ohr…allerdings sind dann die körperlichen Nebengeräusche, wie mein Tinnitus, fordergründich…ein Grund, warum ich nach nur einer Stunde Schlaf, schon aufwachte bzw. grad nicht wieder einschlafen kann…Bitte alle im Chor: Man kann nicht Alles haben!!!

Ich kann jetzt noch schön 3 Stunden in meiner Flughafen-Suite verbringen…was ein Graus, danach sind es immer noch 6 Stunden bis zum Abflug…alter Schwede…

Ich versuche jetzt auf jeden Fall mal die freien 20 Minuten Internet (wohoooo) zu ergattern und dann poste ich dieses, damit Ihr wisst, dass ich jut in Delhi angekommen bin!

Dann morgen noch mal ein Beitrag und dann ist dieser Blog Geschichte…

Schnüff, schnüff und Namaste…

 

Der Tag der Emotionen, Part II

Eine unwirkliche, seltsame Nacht liegt hinter mir…das Ende naht!

 Die französische Gruppe war auch nicht besonders ruhig beim Frühstück, aber da ich eh schon wach lag, konnte ich auch aufstehen!

Das vorletzte Frühstück…und richtig Bammel vor den Abschieden!

Als ich meine letzte Miete bezahlte, sagte Fares Frau zu mir, dass die Boarding-House Kinder mich sehr lieben und sie immer fragten, warum nicht alle Voluntäre so sein könnten wie Kati, Renate oder ich. Oh je…

Dann hab ich mir ein Bindi zwischen die Augenbrauen gepappt und bin zu den Trust-Mädchen hoch. Erstmal zeigte ich ihnen eine Bildershow „Mein Leben und ich“. Sie waren sehr beeindruckt, nur die kleine Familie von mir verunsicherte sie etwas. Ich habe mir meinen Sari anziehen lassen und dann wurden Fotos gemacht. Und ehrlich: wer behauptet blonden Frauen stehe kein Sari, der lügt!!! Ich sah bezaubernd darin aus…jawohl!!

 Es war eine seltsame, doch vertraute, melancholische und ebenso schöne Stimmung. Ich verabschiedete mich von ihnen, manche waren sehr traurig, aber da einige eine E-Mail –Adresse haben, fand ich den Abschied seltsamer Weise nicht soooo schlimm. Er ging mir ans Herz, aber er hatte nicht dieses endgültige…

 Dann gings ins Boarding-House und da war es anfangs sehr schön!! Die Babys kamen zu mir, wir machten Spaß und hatten diesen, meine Füße wurden bemalt….Ich hätte gerne mit jedem einzelnen Mädchen Zeit verbracht, aber dafür blieb keine. Ich schenke Nyrmella deutschen Kaffee, was sie sehr stolz mache und den Kleinen „Ahoi“-Brause (die Sache mit dem Vodka verschwieg ich) und auf einmal war schon Guino da und holte uns ab (eine halbe Stunde früher als üblich!).

 (Ich werde heute nicht viel schreiben…mein Kopf brummt, ich müsste zu ausführlich werden, um alles zu beschreiben, es ist zwar einer meiner letzten Einträge, aber man möge mir verzeihen, dass ich heute etwas an Worten spare!)

 Nyrmella fragte, wann ich wieder komme (nicht „Ob“) und als ich sie umarmte, um mich verabschieden, wischte sie sich eine Träne ab und sagte „Please, Ankel, come back!“. Ich fing auch an zu weinen, umarmte jedes dieser wunderbaren Kinder und küsste sie auf den Kopf. Ich erklärte ihnen, dass sie ganz tief in meinem Herzen sind und dass ich sie niemals vergessen werde (es zerreißt mir grade wieder das Herz…ich kürze ab…). Ich versucht ihnen das deutsche Sprichwort „Man sieht ich immer zweimal im Leben“ zu erklären und ging zum Van. Reekha weinte und weinte, Nischa war verstört. Aasus Gesicht war schrecklich, sie war geschockt, sie schaut mich aus ihren großen Augen an und wusste nicht was zu tun, Vishnu sah ich ebenfalls völlig bestürzt. Dann stieg ich ein und winkte, wieder gefasst allen meinen Babys zu. Plötzlich entdeckte ich Pringha, die vorne fas zusammen brach, die Hände vors Gesicht gehalten. Ich winkte allen Würmchen noch lange zu…ich werde sie nie vergessen…ebenso wenig ihre Gesichter beim Abschied…was wird ihnen angetan mit all den wechselnden Voluntären!? Wie oft verschenken sie ihr Herz, um es sich wieder brechen zu lassen…All diese kleinen, flehenden Gesichter…

 Ich bin so froh wieder nach Hause zu kommen, aber diesen Abschied werde ich nie vergessen können (ebenso wenig allerdings auch die schönen Stunden)… Es ist total surreal, dass das nun zu ende ist!!

 Im Guesthouse wurde ich von Amy mit Bier und Zigaretten (heute ist es eine Ausnahme!) wieder aufgepäppelt. Wir quatschten noch stundenlang und ich bin mir sicher einen weiteren Freund gefunden zu haben. Wir beendeten den Abend mit Bananen-Chips getunkt in Nutella, jetzt ist mir schlecht und das ist gut so!

Ein krasser Tag, ein trauriger Tag, ein schöner Tag, ein erfolgreicher Abschluß, ein furchtbarer Abschied, eine wahnsinnige Erfahrung! Auch wenn ich nicht immer schöne Zeiten hier hatte, will ich nichts missen! Meine Zeit hier ist um, ich hoffe etwas bewegt zu haben( nicht nur kleine Herzen gebrochen)… Vielleicht komm ich wieder!? Aber nicht wegen Indien, sondern wegen den tollen, starken, bewundernswerten Frauen, wegen den süßen, klasse, lustigen, sagenhaften Mädchen…wer weiß!?!

 Jetzt bin ich nur gespannt, ob Bundi mich morgen fährt, ob alles mit dem Ticket klappt und was in 13 Stunden Delhi (für diejenigen, die e noch nicht wissen sollten: ich habe 13 Stunden Aufenthalt dort!) anstellen werde…

 Es bleibt spannend!!

 

Zweimal werde ich noch wach…

Es ist doch eindeutig zu kalt mit dem Luftverteiler, also: Teil aus! Langsam kommen vereinzelnd die Menschen vom Festival wieder…können nicht alle zusammen kommen? Auf Grund meiner Kopfschmerzen bin ich froh nicht mitgegangen zu sein, bzw. habe auch nicht im Geringsten das Gefühl etwas verpasst zu haben. (Man wird doch weise im Alter und entscheidet sich gegen Halligalli zum Wohle der Gesundheit! …Was freu ich mich am Samstag auf Tapas, Wein und Cocktails!).

Leider ist es bei der momentanen Internetlage nicht möglich einen Film zu gucken. Eigentlich wäre das die ideale „Ich-bin-ja-so-krank-mähhh-mähhh“-Therapie, den selbst Schnulz-Romane können mich nicht heilen (außerdem brauch ich ja auch Leselektüre am Flughafen…falls ich es verpasst haben sollte zu erwähnen: 13 Stunden Aufenthalt…), aber Indien holt nochmal seine letzten Asse aus dem Ärmel und wischt mir eins aus…

Ist das einsam im Zimmer…

Nachdem ich um 3 von den letzten Heimkehrlingen geweckt wurde, musste ich schmerzlich feststellen, dass ich unter Halsschmerzen litt. So ein Kack-Mist, dacht ich mir, und das wo ich…Moment, wie viel waren es nochmal…ach ja!…13 Stunden am Flughafen ausharren muss… aber bis dahin ist ja noch ein wenig Zeit…(die Wartezeit am Airport nicht zu vergessen…)

Trotz der quälenden Schluck-Schlund-Beschwerden konnte ich mich kurz später in gar seltsamsten Träumen wieder finden…aber ich will ja nicht meckern…besser als traumtote Nächte!

Fast fröhlich und ein bißchen frisch nötigte ich meinen Körper sich kurz vor zehn aus dem Bett zu schälen und aufzustehen. Draußen war ein Heiden-Krach und überhaupt hatte ich Hunger.

(Bei uns gibt es übrigens keine Zeitverschiebung, es sind nun also 4,5 Stunden, die ich Euch voraus bin!)

Der Frühstückstisch war vollbepackt mit Franzosen und ein paar Voluntäre, die sich die letzten verfügbaren Sitzgelegenheiten schnappten. So wich ich auf das Sofa im Foyer (falls das dafür überhaupt die richtige Bezeichnung ist) aus und war eigentlich froh der Touristen-Meute zu entkommen.

In Setrawa ist Casper untergekommen, ein Jünglein, das grade sein Abitur gemacht hat. Da das Team-Meeting, wo alle anwesend sein müssen (außer dem „Volunteer of the month“, natürlich…ähäm) ja gestern war, waren die Setrawaner (es sind nun 4 an der Zahl) auch da. Auch wenn Casper mein Sohn sein könne (äähhh, ja irgendwie schon, mmhhhh, naja, bißchen früh…najanaja, für Indien nicht…egal, lassen wir das!!!) war es so angenehm endlich mal wieder mit einem normalen (sprich: nicht indischen) männlichen Wesen zu reden!!! Schade, dass er nicht hier ist, das Zusammengepferchtsein der Hennenkolonie ist nicht immer einfach (wie ich wohl das ein oder andere Mal schon berichtete…).

Jedenfalls war es eine willkommene Abwechslung! Ich habe dann die Files der Boarding-House-Mädchen feierlich den anderen übergeben, noch mit Amy gequatscht und nun sind alle entweder im Schwimmbad oder in der Stadt. Ich habe weder das Gefühl mich von der Stadt verabschieden zu müssen, noch das Bedürfnis mit Gänsehaut ins Schwimmbad-Hotel zu gehen. Also versuche ich „Momo“ auf Youtube zu glotzen (ich hab ja Zeit…), werde heute schon vorpacken und einfach schaun, was so passiert! Heute schon vorpacken…alter Schwede, bald geht´s heim!!!! (Die 13 Stunden in Delhi nicht zu vergessen…)

Ich habe eine SMS von Fares erhalten. Wann ich gehe…er hat wohl Angst, dass er mich verpasst!! Zu Recht, denn nicht nur, dass ich „Best Volunteer“ und „Volunteer of the month“ bin (Kati, Du natürlich auch!), war ich ja auch diejenige, die bei ihm nicht ganz so viele Blätter vor den Mund genommen hat und ihn des Öfteren mal verarschte…als indischer Masochist, will er bestimmt ein letztes Mal noch hochgenommen werden…kann er haben!

(Vor morgen hab ich so ein wenig Bammel…so vielen tollen Mädchen und Babys „Tschüss“-sagen… aber ich hab da ja dieses Gefühl…)

(Außerdem nur noch 2-oder 3-mal Blog schreiben…oh je…ich hab mich schon so daran gewöhnt…)

Für „Momo“ braucht man wirklich viiieeelll Zeit…was ist nur mit dieser Verbindung los??

Dann hatte ich zwischenzeitlich wenigstens nicht nur Zeit eine Packung Bananen-Chips zu essen, nein, ich habe auch angefangen, lange liegende ( wirklich lange!!!!) Korrespondenz endlich mal abzuarbeiten!

Ein kurzer Aufenthalt auf dem Dach…schon seltsam, wie die Zeit vergeht…aber ich freue mich soooo auf zuhause!!! Das Perfekteste wäre, die Babys kämen einfach alle mit…aber wann ist schon was perfekt!?! Und es wäre dann ja auch nur für mich perfekt, die die Kleinen ja ihre Familie hier haben…ach ja, kompliziert das Leben…

Ob Kakerlaken wohl schwimmen können? Fand eben eine riesengroße, war wohl die Harmlose von vorgestern Nacht. Und diese schwamm im Klo; ich konnte nur leider nicht ausfindig machen, ob sie aus dem Klo kam, dort nur ein Bad nehmen wollte oder in dieses reingefallen ist…um ehrlich zu sein, habe ich sie auch nicht danach gefragt, sondern einfach die Spülung gezogen…

Die Sachen sind ausgemistet. Interessanter Weise bleiben einige Dinge hier, die ich vorher mitnehmen wollte und andere werden eingesteckt, die ursprünglich in Indien bleiben sollten! So ist das Leben, ein Kommen und Gehen, ein Wechseln und Umwerfen, nur  die Liebe bleibt bestehen…

Namaste

 

Volunteer of the month

Tja, die erste Nacht alleine nach so langer Zeit war echt komisch! Vor allem die Sinnlos-Gespräche vorm Einschlafen haben mir gefehlt! Aber damit ich nicht ganz alleine bin, hat sich die, ohne Übertreibung, größte Kakerlake Rajasthans mit mir das Bad geteilt. Dieses Monster war über 7 cm lang und an die 3 cm breit…mir der habe ich mich nicht angelegt (sie gehörte auch eher zu der gediegenen Sorte. Angriffslustig ist was anderes!)!

In Windeseile, so schnell konnt ich gar nicht schaun, war übrigens mein großes Bett mit Klamotten, Büchern, Scheißdreck (nicht wörtlich nehmen!) voll, so dass ich auf Katis Kleines ausweichen musste…ärgerlicherweise wird diese Matratze nun gebraucht, so dass ich doch noch aufräumen und auch wieder umziehen muss, grummel…

 Ich habe das Gruppen-Meeting geschwänzt…erstens hat ich keinen Bock und zweitens war die Idee gestern draußen zu essen (es ist echt frisch, das waren nie, nie, nie 28 Grad! (Wie wird es mir nur in Deutschland ergehen?)) und danach im vollgerauchten Club zu tanzen, um danach durchgeschwitzt die 15 Minuten nach Hause zu gehen, doch nicht eine meiner Brillantesten…wer hätte das geahnt? Mir geht es auch jeden Fall nicht ganz soooo gut und meine Prioritäten liegen jetzt ganz klar auf dem Boarding-House und den Mädels oben (nicht zu vergessen, die 13 Stunden auf dem Flughafen in Delhi!).

Es gab wohl beim Meeting Applaus für Katis und meine Arbeit…schön (Mist, vielleicht hätt ich doch anwesend ein sollen? Nee! Oder doch? Egal, ist zu spät! Nee, es wär mir echt zu viel gewesen!! Den Applaus können sie ja nochmal wiederholen!).

 Dem Fort-Festival werde ich heute wohl auch fern bleiben…ist eh zu teuer und ich muss sparen, um 13 STUNDEN am Flughafen und/oder Delhi und/oder wie auch immer um zukriegen!!

Was ich an Amy am liebsten mag, abgesehen von ihrem geilen englischen Humor, ist ihre Aussprache! „Munday, but (äh, gut, hier mag man keinen Unterscheid sehen…also: sie spricht das „u“ wie ein „u“), muney (statt „money“)“ etc. Heute Morgen sprach sie von den „Munkeys“ in Rajasthan, besonders denen im Affen-Tempel. L.-G. meinte ständig: „No, I saw no monkey in Rajatshan!“. So ging es hin und her, jeder wollte Recht haben. Ich erklärte ihnen, smart wie ich bin, dass sie natürlich auf keinen Nenner kommen können, denn L.-G. reden von „Monkeys, während Amy „Munkeys“ meint…mit einem Knuff in die Seite wurde ich ruhig gestellt. Ich liebe ihren Akzent!

Im Boarding-House waren die Mädels wie ausgewechselt! Nach ein paar Maleinheiten klebten Nisha und Reekha (wie immer) an mir, aber die letzte Stunde waren die Mädels und ich alleine und wir hatten so viel Spass! Wir alberten rum und schnitten Grimassen und ich merkte erneut, dass Sprache keine Barriere sein muß! Ich werde sie sehr vermissten, aber ich habe da so ein Gefühl, als ob sie am Montag nicht das letzte Mal sehen werde!!

 Bevor ich es vergesse: Kati und ich wurden als die „Volunteers of the Month“ geehrt…

Ich muss mich verbessern, bzw. einen Titel ergänzen! Ich hörte wir wurden „Best Volunteers“ gekürt…hüstel, hüstel, hüstel…kotz…

Die anderen sind nun alle auf dem Fort, ich hab noch Kopfschmerzen, vielleicht geh ich morgen, aber ich denke ich spare eher mein „Muney“ für schöne Sachen am und im und rundherum des Airports…13 Stunden muss mal erst mal rum kriegen…ich glaube, dies hab ich schon erwähnt…Man muss verzeihen, mein Kopf (und hiermit meine ich KopfSCHMERZEN und nicht Kopfhohlichkeit!!!)

 Draußen vor der Tür wird rum geschrien…Die Schweizerin und Bundi, es ist allerdings nicht festzustellen, ob es ein Streit oder eine normale Konversation ist.

 Ich liege vollgefressen im Bett und bin heilfroh nicht mehr raus zu müssen! Ventilator an oder aus, das ist die Frage! Mit ist es zu kühl, ohne schwitz ich mir einen ab…ich glaube Erfrieren siegt über Erschwitzen!

Morgen der letzte Sonntag und noch keinen Plan was ich mache, ich lasse es einfach mal auf mich zukommen! Eigentlich ganz schön so frei zu sein!

Die Yogastunde am Dienstag musste ich leider absagen, da ich so früh fliege. Doof, ich hatte ja schon Donnerstag und Freitag wegen Unwohlsein nicht yogiert… wenigstens hab ich die Übungen alle schriftlich festgehalten, so dass ich sie zuhause machen kann (hem, hem)…

 Ich ende mit einem herzlichen: genießt den Samstag-Abend, haut rein!!