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Der Tag der Emotionen, Part II

Eine unwirkliche, seltsame Nacht liegt hinter mir…das Ende naht!

 Die französische Gruppe war auch nicht besonders ruhig beim Frühstück, aber da ich eh schon wach lag, konnte ich auch aufstehen!

Das vorletzte Frühstück…und richtig Bammel vor den Abschieden!

Als ich meine letzte Miete bezahlte, sagte Fares Frau zu mir, dass die Boarding-House Kinder mich sehr lieben und sie immer fragten, warum nicht alle Voluntäre so sein könnten wie Kati, Renate oder ich. Oh je…

Dann hab ich mir ein Bindi zwischen die Augenbrauen gepappt und bin zu den Trust-Mädchen hoch. Erstmal zeigte ich ihnen eine Bildershow „Mein Leben und ich“. Sie waren sehr beeindruckt, nur die kleine Familie von mir verunsicherte sie etwas. Ich habe mir meinen Sari anziehen lassen und dann wurden Fotos gemacht. Und ehrlich: wer behauptet blonden Frauen stehe kein Sari, der lügt!!! Ich sah bezaubernd darin aus…jawohl!!

 Es war eine seltsame, doch vertraute, melancholische und ebenso schöne Stimmung. Ich verabschiedete mich von ihnen, manche waren sehr traurig, aber da einige eine E-Mail –Adresse haben, fand ich den Abschied seltsamer Weise nicht soooo schlimm. Er ging mir ans Herz, aber er hatte nicht dieses endgültige…

 Dann gings ins Boarding-House und da war es anfangs sehr schön!! Die Babys kamen zu mir, wir machten Spaß und hatten diesen, meine Füße wurden bemalt….Ich hätte gerne mit jedem einzelnen Mädchen Zeit verbracht, aber dafür blieb keine. Ich schenke Nyrmella deutschen Kaffee, was sie sehr stolz mache und den Kleinen „Ahoi“-Brause (die Sache mit dem Vodka verschwieg ich) und auf einmal war schon Guino da und holte uns ab (eine halbe Stunde früher als üblich!).

 (Ich werde heute nicht viel schreiben…mein Kopf brummt, ich müsste zu ausführlich werden, um alles zu beschreiben, es ist zwar einer meiner letzten Einträge, aber man möge mir verzeihen, dass ich heute etwas an Worten spare!)

 Nyrmella fragte, wann ich wieder komme (nicht „Ob“) und als ich sie umarmte, um mich verabschieden, wischte sie sich eine Träne ab und sagte „Please, Ankel, come back!“. Ich fing auch an zu weinen, umarmte jedes dieser wunderbaren Kinder und küsste sie auf den Kopf. Ich erklärte ihnen, dass sie ganz tief in meinem Herzen sind und dass ich sie niemals vergessen werde (es zerreißt mir grade wieder das Herz…ich kürze ab…). Ich versucht ihnen das deutsche Sprichwort „Man sieht ich immer zweimal im Leben“ zu erklären und ging zum Van. Reekha weinte und weinte, Nischa war verstört. Aasus Gesicht war schrecklich, sie war geschockt, sie schaut mich aus ihren großen Augen an und wusste nicht was zu tun, Vishnu sah ich ebenfalls völlig bestürzt. Dann stieg ich ein und winkte, wieder gefasst allen meinen Babys zu. Plötzlich entdeckte ich Pringha, die vorne fas zusammen brach, die Hände vors Gesicht gehalten. Ich winkte allen Würmchen noch lange zu…ich werde sie nie vergessen…ebenso wenig ihre Gesichter beim Abschied…was wird ihnen angetan mit all den wechselnden Voluntären!? Wie oft verschenken sie ihr Herz, um es sich wieder brechen zu lassen…All diese kleinen, flehenden Gesichter…

 Ich bin so froh wieder nach Hause zu kommen, aber diesen Abschied werde ich nie vergessen können (ebenso wenig allerdings auch die schönen Stunden)… Es ist total surreal, dass das nun zu ende ist!!

 Im Guesthouse wurde ich von Amy mit Bier und Zigaretten (heute ist es eine Ausnahme!) wieder aufgepäppelt. Wir quatschten noch stundenlang und ich bin mir sicher einen weiteren Freund gefunden zu haben. Wir beendeten den Abend mit Bananen-Chips getunkt in Nutella, jetzt ist mir schlecht und das ist gut so!

Ein krasser Tag, ein trauriger Tag, ein schöner Tag, ein erfolgreicher Abschluß, ein furchtbarer Abschied, eine wahnsinnige Erfahrung! Auch wenn ich nicht immer schöne Zeiten hier hatte, will ich nichts missen! Meine Zeit hier ist um, ich hoffe etwas bewegt zu haben( nicht nur kleine Herzen gebrochen)… Vielleicht komm ich wieder!? Aber nicht wegen Indien, sondern wegen den tollen, starken, bewundernswerten Frauen, wegen den süßen, klasse, lustigen, sagenhaften Mädchen…wer weiß!?!

 Jetzt bin ich nur gespannt, ob Bundi mich morgen fährt, ob alles mit dem Ticket klappt und was in 13 Stunden Delhi (für diejenigen, die e noch nicht wissen sollten: ich habe 13 Stunden Aufenthalt dort!) anstellen werde…

 Es bleibt spannend!!

 

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