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Monats-Archive: September 2012

Ja, wer schreit, äh, streikt denn da??

Was für eine Eingebung diesen Blog „Öfter mal was Neues“ zu nennen…dieser Spruch ist das tägliche Motto!

Heute Morgen vor Yoga kam Fares Sohn auf mich zu gerannt: „Entschuldigung (ich bin mal so frei ihn zu übersetzen), heute solltet ihr nicht rausgehen. Alles ist zu! Auch die Schule und als ich mir Schokolade kaufen wollte auch der Shop. Heute ist Streik!“

Ja, Indien streikt heute! Wie wir später erfahren haben, war dieser Streik schon eine Woche vorher angekündigt und ALLES ist dicht, es fahren auch keine Rikschas! Indien streikt, weil die Preise zu hoch sind, alles zu teuer ist. Also, macht das ganze Land zu!

Da dieser Streik angekündigt war, frag ich mich allerdings, warum im Guesthouse niemand vorgesorgt hat, warum der Typ von der Regierung kommen wollte (das Amt hat nämlich auch zu…Streik?!) und warum uns nichts gesagt wurde…aber gut: ÖFTER MAL WAS NEUES, meine Lieben!

Mein Yoga-Meister ist wohl der Einzige der nicht streikt…und Guino, unser Fahrer. Ins Boarding-House werden wir den Nachmittag gehen.

Meine jetzige Frage ist allerdings, da alle streiken oder nicht auf haben oder fahren: Shops, Rikscha-Fahrer, Krankenhäuser, Ämter, Schulen, alle, alle, alle, dann trifft es ja nur die Kranken, Schulkinder (die werden sich wohl nicht beschweren!), die Lebensmittellosen, die Benzinarmen…naja…dann bleibt halt alle zuhause…

Aha…die Vorstellung soll morgen stattfinden, die Frau (!) vom Amt für Ichhabsvergessen kommt um 12 rum…das mag allerdings einiges heißen! Und hoffentlich sind die Mädels mental vorbereitet, wir bräuchten ja eigentlich noch eine Probe, aber so ist es eben…wie sagt meine Zimmergenossin so schön: „Hätte, hätte, Fahrradkette!“ Aber wirklich!!Ich habe Fares auf jeden Fall gesagt, er soll die Mädchen anrufen, damit sie IM Kostüm da sind…auch da werden wir morgen sehen!

Ebenso werden wir heute Abend einen Film im Kino sehen, denn der Streik ist um 16 Uhr rum und wir können wieder raus…ahhhhhhhh, befreiend…

Dimpel hat Knete gekauft und wir haben beschloßen heute im Boarding House zu kneten. Mal schaun, wie das ankommt, unsere Alpha-Volontärin fliegt in 2 Wochen heim und fängt ein bißchen an zu stressen (was daran liegen mag, dass momentan 3 Alpha-Tierchen sich um unseren Esstisch versammeln und dies wohl das eine oder andere Anführerchen zu viel ist. Einige Menschen haben Probleme…)

Planänderung…wie außergewöhnlich…! Guino wurde von Fares verboten uns ins Boarding-House zu fahren. Zu gefährlich, er könnte als Streikbrecher angehalten und aus dem Auto gezogen werden…Zustände…

Aber so ein freier Nachmittag ist ohne Geschäfte, Rikscha-Fahrten, etc.  doch etwas öde. Nicht, dass ich unbedingt wo hin muss (naja, ein neues Deo wäre schon nicht schlecht…), aber es nicht zu können/dürfen ist schon…hmm…doof! Saß eben bei unseren amerikanischen Volontären Dimpel (o.k. indisch-englisch-amerikanisch) und Maschinengewehr-Ann. War ein nettes Gespräch (ich laber manchmal so viel Müll auf Englisch, frage mich wie viel die überhaupt von dem verstehen, was ich sage…gut, dieses Problem hab ich ab und zu auch mal in Deutsch!!!).Vielleicht können wir ja nun an unserem Bericht über die Boarding-House –Mädels weitermachen, dann haben wir morgen Vormittag frei (Frei??? Morgen ist die Vorstellung!!!!) . Bin mal gespannt, welche unterschiedlichen Meinungen heute wieder aufeinander prallen!

Kein Prallen, es verlief sehr harmonisch, eine angenehme Abwechslung! Jetzt haben wir noch 4 Mädchen „vor“ uns, dann ist die Liste übergebungsreif!

Meine verbleibende freie Zeit verbringe ich mit „Lost“, denn ein paar Sitten müssen bleiben.

Ach ist das behaglich…endlich mal wieder ne Jeans am Leib! Heute wird gemixt: Kurta mit Denim. So schön die indische Mode auch sein mag, es geh doch nichts über meinen eigenen Kleiderschrank, vor allem die Freiheit tragen zu können, was ich will! Freiheit, Freihahahahaheit… (muss ich jetzt Tantiemen zahlen???)

Ich denke über den Kinoabend berichte ich morgen…meine Lieben, macht es jut,

es grüßt, die Anke…

 

 

Der grosse Tag…

Gleich ist die Premiere…hoffentlich! Ich bin hinten für das Licht und die Requisiten zuständig und leider kann ich das Schattentheater nicht von vorne sehen, aber einer muss das Licht ja machen! Die ganze Nacht habe ich davon geträumt! Einmal habe ich mich mit dem Auto verfahren und kam nicht pünktlich, das andere Mal haben sich seltsame Männer vorgedrängelt und total beschissenes Schattentheater gespielt, dann sind auf einmal alle gegangen, natürlich mitten durch den Vorhang, in einem anderen Traum haben wir auf einmal vor deutschen Grundschülern gespielt, die mit dem Stück natürlich gar nichts anfangen konnten… Der Wecker für Yoga hat mich erlöst. Da soll einer nochmal sagen Yoga wäre kein Rettungsanker!

 Jetzt müssen wir hoch, mal schaun, ob Poocha da ist…einfacher wäre es fast ohne sie zu spielen!

Es ist vollbracht!! War das eine Aufregung! Pooncha war natürlich nicht da, aber wir lassen uns ja nicht aus der Ruhe bringen, dann hat Kahljani einfach, wie gestern auch,ihre Rollen übernommen. Wir wollten so um 11:30 auftreten. Bis die Mädchen da waren, war es schon 11:30…na gut wir haben ja Zeit! Die Präsentation vom Fotoworkshop musste auch später anfangen, da Fares noch nicht da war…aber: wir haben ja Zeit! Während der Vorführung der Bilder im anderen Raum, sollten sich unsere Theater-Frauen umziehen, damit wir nochmal kurz sprechen und uns ein grooven können. Sancho brauchte Ewigkeiten, fast eine halbe Stunde und alles musste perfekt sitzen. Ja, wir haben ja Zeit!!! Ich sagte drüben den anderen Bescheid, dass ab 12:15 Einlass ist. Da wir dann KEINE Zeit mehr hatten, ging alles so schnell…plötzlich fanden sich Kati und ich auf der Bühne wieder, um eine kurze Ansprache incl. Mahnung, dass alle Handys auszumachen sind (woran sich alle außer Fares hielten) und es kein Rein-und Rausgerenne gibt, zu halten.

 Dann ging es los. Das Licht ging aus, die Musik an und genau in diesem Moment riss die Gebetskette, ein Requisit, in 1000 Stücke und die Perlen kullerten hinter dem Tuch sowie vorne in alle Richtungen. Panik brach aus. Ich versuchte zu beruhigen, es war ja glücklicherweise eine Ersatzkette da, was ein Zufall! Dann ging es wirklich los und alles lief gut, bis unsere „Mutter Indien“ einen Hänger nach dem anderen hatte, lachen musste und ihre halbminütigen Monologe alle um die 3 Minuten waren. Wir konnten auch nicht plötzlich Lichtwechsel machen, wir wussten ja nicht, ob sie mitten im Gedanken ist oder nicht (Mist, wenn man die Spielsprache nicht beherrscht!). Die Mädels waren ehr aufgeregt und man, bzw. eher Kati und ich merkten die Anspannung. Aber den Applaus danach haben sie sich redlich verdient!!! Auch Kati und ich bekamen unser Stück von Kuchen ab, oder wie das heißt und später hörten wir, dass die Aufführung einige, auch von den Volontären, die ja wenig verstanden, zu Tränen rührte! Mission erfüllt!!

 Kati und ich haben eine gute Arbeit geleistet! (Besonders stolz bin ich, dass ich meine Idee mit dem Schattentheater durchgesetzt habe, Fares war ja am Anfang davon nicht begeistert, weil dieser Effekt besonders gelobt wurde. )

Dann machte die Künstler-Garde erst mal ein wohlverdientes Nickerchen (wenn schon kein Sekt oder Bier nach der Premiere) und ließ den Workshop am Nachmittag ausfallen, wie Mädchen waren eh drüber, vor allem nachdem Fares mitteilte, dass er (während des Stückes) mit einem Typen des Goverments geredet hatte und dieser morgen kommen will, um es sich anzuschauen, um uns womöglich danach auf Tournee zu schicken.

Dann gings in Boarding-House und ich hatte null Bock, vor allem da ich wusste, dass im Anschluß unsere Arbeit noch der 3-jährige Geburtstag von dem Sohn des Hauses gefeiert wird. Ab 17 Uhr wurde von den Mädchen dekoriert, ich war für die Hängesachen mit Stuhl tätig, da Dimpel nicht schwindelfrei ist. Dann wurde gewartet (zu diesem Thema sage ich gar nichts mehr!) und gewartet und… Um 20 Uhr kamen die ersten Gäste. Wir wurden separiert platziert (Frauen drinnen, Männer im Hof unter dem Dach, Volontärinnen auf der Veranda) und warteten auf was auch immer. Dann gab es Kuchen, danach ein typisch rajathanisches Essen und Nachtisch, welches sehr lecker war und Wasser (ob jetzt aus der Flasche oder nicht, ich hab es gut vertragen, es haben sich allerdings nicht alle getraut zu trinken). Und dann wurde GEWARTET!!!!!!! Nämlich dass der 3 (!!!!!!)-jährige Geburtstag endlich ein Ende hat und wir nach Haue dürfen!

 Um 23:30 h nach 1,5 Stunden WARTEZEIT wurden wir endlich gefahren und ich fiel scheintot ins Bett…Halleluja!

 

 

Die Generalprobe…

Na, das kann ja heiter werden! Eigentlich ist morgen Premiere. Ich sage „eigentlich“, da wir heute eine frühe Probe angesetzt haben, 2 der Mädchen nicht da sind, vor allem eine, die gestern auch schon gefehlt hat, von der wir noch nie das Kostüm gesehen haben und morgen soll schon wieder irgendein Feiertag sein, von dem wir natürlich nicht wussten, geschweige denn, dass die Mädels es uns erzählt haben!

 Ich versuche ruhig zu bleiben, meine Yogarisierung zu aktivieren und indisch zu denken…aaaaaaahhhhhhhhhhhhhhhhhhh (das war KEIN „Ohm“!!)…

 Was ein Durcheinander! Es waren dann doch 4 Mädchen da, ausser Poocha, von der wir allerdings hoffen, dass sie morgen IM Kostüm erscheint! Zuerst wurde Shoopnas 23 Geburtstag gefeiert (sie ist eine unserer Darstellerinnen). Sie ist Witwe und hat einen 8- jährigen Sohn (!) und wurde immer von ihrer Schwiegermutter geschlagen und getreten. Sie bekam einen Kuchen geschenkt und fing plötzlich an zu weinen…es war der erste (!!) Geburtstag, der gefeiert wurde! Dann haben wir, nach der Mittagpause (vormittags gab´s noch ein paar Einzelproben) die ersten und auch letzten Durchläufe vor der Premiere gemacht. Dafür liefen sie recht gut. Es sind ja auch keine Profis!

 Das wird morgen ein Chaos!

 Ausserdem haben wir kurzfristig erfahren, dass heute Abend ein Meeting angesetzt ist…und ich wollt doch ins Kino!! Das Meeting wird wahrscheinlich lange dauern, da sich die neue Granny doch auch als etwas schwierig herausgestellt hat. Lehrerin ade und Psychologin, und da sie heut mit im Boarding House war und schon meinet sie wolle einiges ändern…na, das kann länger dauern…aber dazu später!

Im Boarding-House waren wir heute also zu fünft. Kaum angekommen mit dem Van, kamen uns die Mädchen entgegengelaufen, rissen die Türen auf und alle 15 plus Nyrmella stürmten den Wagen. Wir fuhren dann, 15 Mädchen und 7 Erwachsene (incl. Fahrer) zum Fototermin der Mädels. Es ist schon erstaunlich wie viele Menschen in so einen indischen Van reinpassen, oder auch nicht… Heute war noch ein weiterer Geburtstag. Sangita wurde 9. Wir haben für sie eine Torte besorgt und Renate hat eine Karte gebastelt auf der alle Mädchen unterschreiben sollten. Für diese tolle Aufgabe war ich dann zuständig. Wie eine Löwenmutter musste ich die Geburtstagskarte bewachen, ständig wurde versucht sie mir unter den Händen wegzureißen. Und noch dazu kam, dass jede natürlich zuerst unterschreiben wollte, was mir, da ich eine NACH der anderen und noch dazu alle vor meinen Augen und nicht im hinterletzten Eck dran ließ, böse Blicke und beleidigte Gesichter einfuhr. Irgendwann war auch dieses geschafft (so wie ich auch) und es wurde die Torte angeschnitten und wir gefüttert, ein Lied geträllert und dann versuchten wir, da ja Hausaufgaben auf waren, wieder Ordnung in den Laden zu bringen (eigentlich ein Paradoxon: Indien und Ordnung). Was natürlich nicht geklappt hat. Unsere neue P.-G. (Psychologen-Granny) schaute die ganze Zeit ernst und analysierend in die Runde. Am Schluß meinte sie, sie werde einiges ändern. Jut, wenn sie nach 2 Stunden schon weiß was richtig und gut ist… gut (und richtig). Ich lächelte nur.

 Kaum zuhause angekommen wurde sich schon bei Kerzenschein in der Guesthouse-Suite versammelt und wir sollten erst mal meditieren (seit wann bin ich in einer Sekte??), vor allem gab Fares die Anweisung: beim Einatmen den Bach einziehen, beim Ausatmen in vorwölben. Wird das jetzt eine Praxis-Stunde im Falsch- Atmen? Nach gefühlter halben Stunde (ich luchste immer mal wieder aus den Augenwinkeln, die machten echt alle mit…gut, ich ja auch) wurde Minztee bestellt und dann durfte jeder von einen Erfahrungen sprechen. Da jetzt ins Detail zu gehen dauert zu lange und ich hab auch keine Lust! Wir sollten jedenfalls eine Familie sein und unsere Abende mehr miteinander verbringen und uns alle liebhaben…(also doch eine Sekte…) Nein, nein keine Angst, die Organisation ist wirklich seriös und man kann ihr trauen (ist ja auch ein „Trust“ hahahahaha…Maschinengewehr-Lachen Ende)!

 Habe jetzt beim Abendessen gehört, dass 2 der Volontärinnen jeweils eine Kuh kaufen wollen. Es läuft nämlich ein „Mini-Kredit“-Programm für die Dalits in Setrawa. Da Kühe, die den Unantastbaren gehören ihre Heiligkeit verlieren und ebenfalls unantastbar werden, verkauft sich ihre Milch nicht. Man könnte ja selber schlechtes Karma trinken. Aber die Kommune setzt sich jetzt dafür ein, dass die Kühe in einer Art Betrieb gemolken werden, so dass sich die Milch mischt und die Familien der untersten Kaste von dem Verkauf leben können. Es gibt jedoch genug Frauen mit Anhang, vor allem die Witwen, die ich so eine Kuh nicht leisten können. Also werden quasi Kuh-Patenschaften angeboten. Das Vorhaben der beiden Kolleginnen find ich klasse, vor allem weil Susanne nächste Woche Geburtstag hat und ich von Familie und Freunden keine Geschenke sondern Geld für ein Rindvieh wünscht!

Wie auch immer, ein anstrengender Tag und die Aufregung wegen morgen ist schon spürbar! Drückt uns die Daumen und spuckt über die Schulter, toi, toi, toi…

 

 

Ein Guesthouse voller Bekloppter!

Gestern Abend hat sich nicht mehr allzu viel zugetragen, außer dass ich festgestellt habe, dass P.-G. mich zu lieben scheint…toll…auch nachdem ihr ihr gesagt habe, sie soll aufhören über G.-G. (Achtung! Bitte beachten, dass G.-G., also Grummel-Granny früher M.-G., Mecker-Granny hieß, allerdings immer noch nicht mit Z.-G., Zicken-Granny zu verwechseln!) zu lästern, vor allem vor mir, da ich sie mag. „Komm Schätzchen, setz dich neben mich!“. Da hier alle allerdings Psycho sind, glaube ich schon fast, dass sie dies nur gesagt hat, um Marianne neben mir eins auszuwischen. Ich freu mich auf normale Menschen zuhause…ich liebe Euch alle!!

Nach dem Abendessen wollte ich mich auf dem Dach nochmal mit Atemübungen entspannen. Die Betonung liegt auf „wollte“! Denn da morgen ein Feiertag ist, ging in Jodhpur die Lutzy (oder wie sie auch immer heißt) ab. Feuerwerke, Musik aus allen Ecken, Mikrofongekreische und der Muezzin sang darüber hinweg. Das übliche Gehupe war nicht mehr zu hören…kurz: es war laut, zu laut um zu meditieren, zu laut um ruhig zu atmen!

 Unten hörte ich P.-G. wieder über G.-G. lästern, diesmal hatte sie bei anderen wohl mehr Glück…was ein Kindergarten!

Ann unsere Neue fällt übrigens durch ihr Maschinengewehr-Lachen auf. Sie spricht sehr tief und ernst, dann legt sie an und wie aus heiterem Himmel wird eine Salve „Hahahahaha“ abgeschossen, um dann 1 Sekunde später wieder im tiefen ersten Tonfall weiterzusprechen. Gewöhnungsbedürftig, aber gut, es gibt Menschen wie Menschen…

 Der Morgen begann ruhig, durch den Feiertag geh ich natürlich auch nicht zu Ram Blabla, Maschinengewehr-Ann erzählte, dass sie zu „Sisters for sisters“ geht und ich gab Renate meine angefallenen Quittungen. Zu Z.-G. sagte ich dann, dass sie ja nun froh sein kann, da sie endlich die angeforderte Verstärkung für „Sisters for siters“ hätte. „Zick, zick, ja davon hab ich auch gehört“, zischte sie, in ihr Laptop versinkend. „Und was ist mit der anderen da? Kommt die auch wieder mit?“ „Dimpel? Ich denke schon.“ „Hier macht ja eh jeder was er will. Zick, zick, zick. Macht doch alles was ihr, zick, zick, murmel, murmel…“ versink in ihr Laptop… Häääää? Ich denke sie wollte Verstärkung!?!?! Kati meint, dass sie Ann wahrscheinlich nicht leiden kann, so wie sie eh kaum jemanden leiden kann… Es tut mir leid, aber so viele Bekloppte gibt’s sonst nur in der Klapse!!! Der Trust ist doch keine Selbsthilfe-Gruppe für Lebens-und Umgangsgestörte!! Und ich hab echt weder Bock noch Kraft mich mit solchen Krabbelgruppenproblemen abzugeben!

Eben kam eine neue Granny-Voluntärin an…let´s wait and see (ziemlich mit Schmuck behangen, scheint aber sehr nett zu sein!)

Außerdem haben wir erfahren, dass dank des Feiertags nicht alle Mädchen oben wären. Ein doppeltes „Let´s wait and see“, aber Warten bin ich ja gewohnt und langsam bin ich auf alles gefasst! Kati und ich haben jedenfalls beschlossen am Mittwoch auf jeden Fall aufzuführen, egal wie schlecht, wir haben keine Lust mehr!

 Ha, es ist 14 Uhr und wir sind wieder im Zimmer. Es waren nur 3 der Mädchen da und diese mussten um 2 Uhr gehen. So konnten wir eine kurze Technikprobe machen and that´s it. Wir haben eine klare Ansage verlauten lassen, dass morgen die Proben schon um 11:30 stattfinden und zwar MIT Kostüm, was von einigen bis jetzt verweigert wurde! Dann erfuhren wir (wir haben natürlich mitgekriegt, dass Sanchu immer noch krank ist und machen uns deshalb auch Sorgen, diese Frau schont sich in keinster Weise!) von Pümpel, äh Dimpel, dass Sancho wohl zu ihr gesagt hat, dass sie ganz verzweifelt ist, da sich nicht weiß, ob sie bis Mittwoch wieder gesund ist. Da sie es uns nicht gesagt hat, kann die Aussage auch wieder auf Geltungsdrang zurück geführt werden können tuen täten tun, wie auch immer, lauter Verrückte hier…!

 Da heute eigentlich schon alles anders als geplant lief, mal schaun, wie´s weiter geht… Vorgesehen war, dass ich nachher mit Samta ins Krankenhaus fahre…

 Was war heute mit den Mädchen los? Sie hingen wie Kletten an mir…

 Da es 3 Mädels waren die heute zum Arzt mussten sind Renate und ich gemeinsam ins Krankenhaus. Das war wieder ein Abenteuer! Erst mal wurde gefragt, ob Rheka meine Tochter ist…süss…o.k., ich nehm sie mit! Dann wurde bei ihr in jedem Ohr ein Loch festgestellt, vorher wurde ihr Ohr gespült und was da rauskam kann man nur „die Mutter des Ohrenschmalz“ nennen. Die ganze Wüste Thar incl. einer Millionen Insekten kamen da zum Vorschein, kein Wunder, dass ihr danach schwindelig wurde! Die Zange, die dem Arzt zwischendurch auch auf den Boden fiel, was ihn allerding nicht sonderlich gestört hat, zum Entfernen des Schmalzes des Todes, wurde gleich, um Instrumente zu sparen, auch für Koshilias Ohr benutzt. Draußen wartend, während Renate die Medikamente holte, hatte ich ein sehr langes, intensives und nettes Gespräch mit einer Inderin, von dem ich leider kein Wort verstand…aber wir unterhielten uns prächtig und das ist die Hauptsache!

 Ob morgen Unterricht stattfindet oder nicht steht noch in den Sternen! Da diese bei uns schon längst am Himmel stehen, schließe ich für heute und sage:

 Gute Nacht!

 

 

„Das Leben ist kein Ponyhof“ Zitat Ende

Sonntag!!! Ruhetag!! Ich glaube das ist noch nicht bis Indien vorgedrungen! Im Gegensatz zur letzten Woche war es zwar erheblich leiser, (aber vor einer Woche ist ja auch des Wahnsinn fette Beute in die Menschen gefahren) es war allerdings immer noch lauter als an „normalen“ Krachtagen und der einzige Tag an dem man wirklich Ausschlafen kann wird einem hier vergällt!

Ich habe mir unserer neuen Voluntärin Ann aus New York gefrühstückt. Sie ist für einen Monat hier und vor Jodhpur war sie schon 11 Monate auf Weltreise und in einem Monat nochmal für einen unterwegs, dann fliegt sie zurück in die USA und schaut ich vielleicht mal nach nem neuen Job um…na, so ein Leben möchte ich haben!

 Dann sind Kati und ich zur Blue-City-Mall nach Hüten für das Theaterstück schaun. Und: wir sind sogar fündig geworden. Vorher sind uns noch Straßenkinder über den Weg gelaufen, richtig süße kleine Kinder…ein Mädchen hat die Hand aufgehalten und auf meine gezeigt. Dann hat sie mich angetatscht, was ich so gar nicht leiden kann. Und am Ende hat sich herausgestellt, dass sie nur meine Hand drücken wollte. Ganz fest… Und ich bin vom „Schlimmsten“ ausgegangen…verkehrte Welt…

Die Mall war ätzend wie immer…die haben echt ein Problem mit „Weißen“. Also habe ich nach Toilettenpapier und Keksen (die schon wieder alle aufgefuttert sind) das Weite gesucht.

Ich habe mich jetzt dazu entschlossen den Yoga-Mann morgen nur anzuzahlen, denn nach dieser Affentour heute Morgen wieder, wir waren Ewigkeiten unterwegs, mach ich keinen Schritt mehr vor die Tür und die Wechselstube hatte zu, der ATM war kaputt. Es wird schon alles seinen Sinn haben, shanti, shanti, shanti!

 Nach einem kurzen „On the Roof“–Besuch (nicht mit „On the Rocks“ zu verwechseln! Bei dem einen gibt es essen, das andere verschafft innere Ruhe) mit intensivem Innegehen, habe ich mich für einen gediegenen Sonntag entschieden. Ich war zwischen Kaffee-Trinken und dem Verweilen hier im Zwiespalt, die Faulheit hat gewonnen und Kaffee gibt es schließlich auch im Guesthouse (auch wenn man manchmal bis zu einer Stunde auf ihn warten muss, aber das tut ja nix zur Sache!). Außerdem muss ich noch auf eine Lady mit Stick warten, ist mir auch egal welche (die beiden „Problem“-Grannys scheinen mich ja irgendwie ins Herz geschloßen zu haben..), denn der Name von Mr. Ram blabla war falsch und morgen möchte Dilkusch wieder mit mir zum Amt (ich hatte für ihr Freitag schon abgesagt).

 So Stick gefunden und da ich computertechnisch völlig unbegabt bin (dafür hab ich durchaus andere Fähigkeiten!) hoffe ich, dass Renate bald demnächst, also am besten noch heute oder morgen früh, was ausdrucken geht und meins gleich miterledigt. Dann muss ich nicht an Fares Computer ran!

 Ich glaube heut passiert nicht mehr viel, eigentlich nicht den Eintrag wert aber ich hab mich so ans schreiben gewöhnt, dass ich diesen lahmen Bericht jetzt trotzdem online stelle, müsst ihn ja nicht lesen! O.k., o.k., vielleicht etwas spät die Ansage, aber besser spät als nie! Diejenigen, die sich dran gehalten haben, haben sich dann wenigstens die letzten 2 Sätze gespart (wobei, ich denke da kommt noch einer!). Ihr Lieben, einen geruhsamen Abend, morgen gibt´ s bestimmt mehr zu erzählen, Namaste!