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Monats-Archive: September 2012

Ganz ruhig und gelassen, friedvoll und still

Keine Angst, heute müsst Ihr nicht so viel lesen, ich denke dies wir ein geruhsamer Tag!

Das erste Mal seit Yogabeginn (nicht seit dem Entstehen von Yoga, dass wäre wohl etwas übertrieben zu behaupten, sondern seit dem Unterricht hier!) wurde ich durch den Wecker und nicht meine innere Uhr geweckt (was sehr angenehm war, denn meine innere Uhr geht vor). Yoga, Frühstück, Meditation auf dem Dach…bis jetzt lief alles sehr ruhevoll ab… E-Mails geschrieben, Koffer sortiert…immer noch alles friedlich… Der neue Pavillon wir aufgebaut, deshalb Mittagessen im Zimmer…rundum Frieden und Ruhe…

 Heute war der erste Tag des neuen Theater-Workshops. Wir haben 4 neue Mädels von denen ich befürchte, dass 2 morgen nicht mehr da sind, da sie von ihren Freundinnen mehr oder weniger gezwungen wurden mitzumachen. Aber ich bleibe ganz ruhig…

 Wobei morgen geht wahrscheinlich eh nichts, es ist nämlich ein neuer Generalstreik angesagt. Mal schaun, wen und was das morgen betrifft. Eigentlich wollte ich mit Kati morgen zum Clocktower. Ganz ruhig…

 Susanne hat Geburtstag und wir wollten einen Sari für sie besorgen…wir werden sehen… Ja, der Workshop…eine entpuppte sich als richtiges Talent, eine andere ist auch sehr gut, eine traut sich noch nicht so richtig und die vierte fühlt sich völlig fehl am Platz und zeigt dies auch. Sie kichert ständig und zieht die anderen mit ins Albernsein rein.  Bleib ruhig…schließlich es ist ja erst der erste Tag und die Mädels standen alle noch nie auf der Bühne! Eine andere junge Frau kam an und entschuldigte sich, da ihr Mann es ihr verboten hat am Schauspiel teilzunehmen, könnte sie nicht wie geplant dabei sein. Sie war ganz traurig und genickt. Nähen darf sie, aber Theater ist ihm suspekt…Ohmmmm, ja ich bin ruhig, ganz ruhig!

 Im Boarding House ging es ruhig zu, außer, dass, wie gestern, Tränen flossen, da Renate am Sonntag fliegt…Montag wird ein Traum: 15 weinende Mädchen, die aus Trotz und Trauer nicht auf die Clowns (mit Kompetenz) hören wollen… Wir haben vor, mit Hilfe eines Plakats und Bildern ihnen zu erklären, dass wir alle gehen werden und dass das nicht schlimm ist. Vielleicht traurig, aber man trägt den anderen im Herzen…wie auch immer, wir müssen uns am Wochenende mal zusammensetzten, wie wir das gestalten wollen! Nyrmella kam heute auf mich zu. Ob ich Interesse daran hätte Hindi zu lernen. Es wäre ganz leicht und in einer Woche mit je einer Stunde üben bei ihr würde ich es können…ja klar, voll leicht…quasi leichter als leicht…ähhh. Und was habe ich gesagt: „Ja, klar!“ Was hab ich mir da eingebrockt!?!? Aber richtig durchzuführen ist das eh nicht, da Kati ja die Zeit allein mit den Mädchen wäre… Ich soll in einer Woche Hindi lernen, um es dann den anderen Voluntären beizubringen, damit wir dann den Kindern bei den Hindi und Computer-Hausaufgaben helfen können! Ja, natürlich, die Schrift zu lernen ist ja noch einfacher als die Sprache überhaupt erst mal zu sprechen… Also Leute, in 1 Woche werde ich mit Aussprache und Schrift als Inderin durchgehen (selbstverständlich ebenso mit meinem indischen Aussehen, wegen dem ich eh schon immer angesprochen werde und mir keiner glauben will, dass ich aus Deutschland komme…). Jetzt bin ich aber aufgeregt…und friedlich friedsam ruhig…

  Gegen ein kleines Steikchen hätte ich morgen gar nichts auszusetzten, etwas schade wäre nur, dass wir dann auf eine richtige Geburtstagsfeier verzichten müssten (so mit allem was dazu gehört halt). Ist ja schon etwas egoistisch, dass ich zuerst an mich denke und meine Bier -und Weingelüste, die dann morgen nicht befriedigt würden, anstatt an die arme Susanne, die ja feiern will…Soooorryyy (indisch laaaanggezogen, mit der richtigen Geste dazu, nämlich, jeweils Daumen und Zeigefinger an einem Ohrläppchen und zukneifen)!! Jetzt darf man mich ruhig (!) schelten…(Ha, ha, ha, immer diese Wortwitze, die werde ich dann bald auch in Hindi machen können…)

 Diesen doch sehr geruhsamen Tag werde ich nun mit einem Gangster-und Drogenfilm beschießen, äh beschließen, bis morgen, Namaste…

 

Die Nacht des Schreckens…!!!

Die Nacht des Schreckens liegt hinter uns!

Nichts ahnend, vom Tinnitus und voller Blase geplagt, brillenlos und blind, schlich ich aufs Klo um mich der vorher erwähnte zu entledigen. Ich hatte es mir grade auf der wackeligen, gefährlich losen Klobrille gemütlich gemacht, als eine Erscheinung mich fast von dieser runterschmiss. Eine riesen Kakerlake mit mindestens 6 Beinen, ungelogen (!) 4,5 cm lang (was mir zu denken gibt, ich sah nämlich schon mal eine größere in unserem Bad…wo ist die?!) lief, ohne Angst und Scheu in einem Affentempo auf mich zu. Ohne auch nur einen Gedanken an die unfeste (dieses Antonym gibt es gewiss und sicherlich!) Brille (nicht die auf der Nase, die hatte ich ja nicht auf) zu verschenken, riss ich mit einem Aufschrei des Entsetzens meine Beine in die Höhe. In dieser Position versuchte ich mein schlaftrunkenes Hirn zu aktivieren, was zu tun sein. Wenn dies eine harmlose Kakerlake gewesen wäre kein Problem, diese schien mir aber eher von der angriffslustigen Art zu sein! Mein Blick fiel auf den kleinen Schöpfeimer, in dem noch der lackverschmierte Ärmel von Katis Bluse einweichte. Die Lösung! Jetzt oder nie! Leichtfüßig mit klopfendem Herzen lies ich meine Beine zu Boden, näherte mich schlangenfrauartig dem Gefäß, zog sachte das Stück Ärmel raus, entleerte lautlos und ohne zu atmen den von mir erkorenen Kescher, um ihn dann schnell wie der Blitz über den mehrbeinigen Übeltäter zu stülpen. (Selbst jetzt beim Aufschreiben des Erlebten stockt mir der Atem…). Doch das Drecksvieh war schneller! Mit einem spitzen Schrei sprang ich einen Schritt zurück, um mich im nächsten Moment todesmutig der Kakerlake in den Weg zu stellen…nein, in unser Schlafzimmer kommst du nicht! Doch anscheinend lassen meine heldischen Züge sich noch ausbauen, als der Angreifer nämlich auf mich erneut zuschoss, nahmen meine Beine ohne Kontakt mit meinem Großhirn aufzunehmen Reißaus und ich fand mich in einer der Ecken des überschaubaren Bads wieder… Vielleicht hält ja mein Schutzwall, vielleicht hält ja mein Schutzwall…mit diesem Mantra, sprach ich mir Mut zu, obwohl mein, langsam wieder etwas arbeitende Hirn mir sagte: „Wir haben ihn doch zerstört und niedergetrampelt!!!?“ Meine, ebenfalls in Panik erbauter, Handtuchbarriere, die ich vor der Badezimmertür im Schweiße meines Angesicht errichtete, um die enorme Lücke unter der Tür zu stopfen, als nächtens die Mutter oder Großmutter unsere jetzigen Küchenschabe (das hört ich viel zu harmlos für dieses Monster an!) in unserem Bad saß. Diese Exemplar war allerdings friedlich und zeigte sich von der besonnenen Seite…ganz im Gegenteil zu der Tochter, bzw. Enkelin! Die anfangs liebevoll gepflegte Barrikade wurde mit der Zeit, im wahrsten Sinn des Wortes mit Füssen getreten…als Abtrethandtuch oder Teppich missbraucht. Dies sollte uns jetzt zum Verhängnis werden! Eh ich mich versah wandte die Kakerlake, meine Gedanken lesend, ihren Blick von mir ab, drehte sich nun endgültig Richtung Tür, erahnte die Chance, ergriff sie und schoss durch die Nische hindurch. Das „Neeeeeiiiiinnnnn!“ von mir lag noch lange in der Luft, während ich schon zur Tür eilend, den Kopf nur wenige Zentimeter über dem Fußboden, komplett sehgestört nach der Schabe Ausschau hielt. Einerseits voller Angst sie zu erblicken, andererseits die Furcht eben dieses nicht zu tun! Erst mal was sehen, um dem Feind Auge in Auge entgegenblicken zu können! Wo ist die verdammte Brille? Ohne Brille eine Brille zu finden ist nicht allzu einfach, noch dazu wenn die Hände zittern und man versucht ruhig zu bleiben, um Kati vor dem Schrecken der Nacht zu schützen! Dass sie bis dato nicht aufgewacht ist, ist ein Wunder schlechthin! Sie schlief den Schlaf der Gerechten. Doch auch der Gerechte hat irgendwann ausgepennt…und dies spätestens als mir, die Brille endlich auf der Nase, die Mag-Lite als Lichtquelle sowie zur Verteidigung in der Hand, ein erneutes „Oh, neiiiiiiiinnnnn!!!“ entfuhr, als das Krabbeltier unter dem von mir schlotternd hochgehobenen Handtuch, ehemals Wall, entwich und hinter Katis offenem Koffer verschwand.

„Was ist es“ schrie sie mir entgegen. „Die Kakerlake“, schrie ich in ihr 1 Meter entferntes Gesicht zurück. „Sie ist in unserm Zimmer!“, „Mein Gott, wo?“ schallte es mir entgegen. „Hinter deinem Koffer!“ schallte es wiederum zurück. „Ich hab versucht sie zu fangen, aber sie ist zu schnell!“ Da standen wir, Kati in Unterwäsche, ich im kurzen Trägernachthemd beide zitternd vor Aufregung und machten uns, bewaffnet mit Taschenlampe und Fanggefäss bereit zur Großwildjagd. Kati war voll bei der Sache und mit einem gesetzten Wurf( die Spannung war kaum auszuhalten, es lief wie in Zeitlupe ab, selbst die Kakerlake, die den Eimer erblickte und ihr Maul aufriss, erstarrte, den Kopf in den Nacken gelegt), sie, die Meisterin der Waidmänner, bzw. Frauen, wir sind ja schließlich auch in einem Empowerment-Center, hatte das Biest im Netz, äh Eimerchen. Dann hörte es allerdings auch auf mit dem Empowerment… Das Ungetüm war zwar gefangen, doch leider stand der Plastikzuber etwas ungünstig. Nämlich halb auf Stoff, so dass das Unterschieben von Papier sich als nicht so einfach entpuppte… „Was machen wir jetzt?“ schrie Kati, noch ganz im Jagdfieber „Ich weiß es nicht!“ rief ich zurück. „Mein Gott“, schrien wir fast gleichzeitig unsere Gehirne angestrengt nach einer Lösung suchend auf Hochtour laufend. „Ich mach schon mal die Tür auf!“ Kati machten einen Schritt zu dieser und öffnete laut den Riegel: Ich hielt den Eimer fest runtergedrückt, um das Vieh nicht entlaufen zu lassen, meine Rückseite gen Tür.

Auf einmal hörte ich ein fernes „Anything wrong?“ und Katis darauffolgendes „Wir haben ein Tier im Zimmer…äh, we have an animal in our room!“ und ein wiederum darauf folgendes entsetztes „An animal!?!“ Bis ich erst mal begriff, dass dies Fares Stimme war und ich ihm, mein nur in Unterhose steckendes Hinterteil entgegen streckte, da das Nachthemd so kurz ist, vergingen gefühlte Minuten. Ganz cool wechselte ich jetzt die Hand mit dem Fuß aus und wie ein Cowboy stand ich mit diesem auf dem Eimer. „Yes a cockroach. So big!” Ich zeigte es ihm mit meinen Fingern, womöglich zeigte ich ein paar Zentimeter zu viel an, aber bei der Aufregung möge man es mir verzeihen. „A cockroach?“ kam als Antwort, als ob ich „Ein Rhinozeros“ gesagt hätte. Und schwupps stand er in unserm Zimmer. „Where?“ „Here!“ „It is so dark here!“ Keine Reaktion „I don´t see anything!“ Immer noch nichts. “Why is it so dark in here!” Blink… machte ich ihm meine Taschenlampe an. „I still cant´t see anything!“ Jetzt konnte auch Kati, die auf dem Bett stehend, ihr Unterhemd nach unten ziehend, nicht mehr anders und musste zum Schalter greifen. Das Licht durchflutete unserer Raum… völlig (!!!) desinteressiert ob unseres Aufzugs sagte er : „Let me do this. I need a shoe!“ „I have only Flip Flops!“ sagte ich, doch die sollten reichen gab er zurück. Meinen Flip Flop wie einen Zauberstab schwenkend, die Kakerlake verfiel bei diesem Anblick in Schockstarre, lies er ihn einmal sanft auf sie runterfahren. Ich glaube sie war wirklich ohnmächtig, ich hörte nämlich kein Knacken…und saß sie zudem noch schnaufen! „How did it come in?“ fragte Fares kopfschüttelnd und wollte in unsere Bad mit der bewusstlosen Schabe. Ich versperrte ihm den Weg. „Oh, maybe through the bathroom!?“ er drehte um. Ja, maybe!! Immer noch verdutzt entledigte er sich des Eindringlings im Hof…Ja, schon merkwürdig…eine Kakerlake in Indien…!

Von Lachkrämpfen geschüttelt fanden wir irgendwann den Schlaf…

 Heute Morgen dann als wir ihn trafen, schaute er uns an, fing an zu kichern und sagte: „You two…Laurel and Hardy!“ Na danke… „And you?“ fragte ich. „Charly Chaplin!“ O.k., das ist gerecht!

 Wir gingen heute zum endgültigen Abschluss des Theaterworkshops mit den Mädchen ein Lassi trinken. Sie beschenkten uns danach mit Fußkette und Armband…schnief…

Nach Boarding House und Abendessen bin ich nun ziemlich fertig und wünsche Euch dementsprechend eine gute Nacht, diesmal ohne Besuch!!

 

 

„Heißer Sand und ein verlorenes Land…“

Die Nacht war absolut in Ordnung, besser noch, ich war so kaputt, dass mich der Gesang eingelullt und später eingeschläfert hat. Ohne Albträume von irgendwelchen Medien (ein Medium, 2 Medien) und deren Visionen schlief ich fast durch bis 7:45 und meinem Weckergeläut.

 Heute ging es nach Osian, Tempel gucken und Kamelreiten in der Wüste.

 Ach ja, gestern Abend habe ich durch Zufall erfahren (natürlich über dritte!), dass ich eigentlich mit den Babys heute zum Zahnarzt mit fahren sollte, eine Tagestour auf die eigentlich K.-G. eingeplant war (was wir auch nur zufällig hörten). Jetzt wurde K.-G. allerdings abgezogen, da sie nicht mit Kindern arbeiten will, was ich ja tuscheln hörte und mich darauf hin einklinkte. Dies erfuhr ich allerdings nur, weil ich explizit nachfragte… So und gestern wurde ich dann gefragt, wann es denn mit den Kindern losginge, da ich ja mitfahre…Aha… Es wird Zeit, dass 2 der Grannys verschwinden und hier nicht weiter dieser Hierarchie-Scheiß am Laufen ist…ich glaub ich spinne!!! Natürlich bin ich NICHT mit zum Arzt!!! Und habe Fares eben auch getroffen und von meinem Kamelritt erzählt, er hat etwas doof geguckt…mir so was von latte, ich bin stolz auf mich, vielleicht bin ich ein Clown, aber kein Hanswurst!

Jetzt aber zu heute…morgens beim Frühstück waren alle Kids noch da, es gab wohl wieder mal eine Verzögerung. Koshilia griff meine Hand und ehe ich begriff, war sie schon voll Henna…mal wieder…Renate nickte lächelte. (Ich genieße erst mal meinen Sonntags-Nachmittags-Kaffee diesmal ohne Keks, die hab ich gestern schon gefressen! In nur 20 Minuten war er da, dass nenn ich schnell…ernst gemeint!). Dann auf einmal sprang sie auf, rief alle Kinder auf nochmal die Toilette zu besuchen und zerrte an Koshilia. Zu Koshilia sagte ich, sie solle auch auf Klo und müsste nun aufhören mich zu bemalen. Als sie „Only one moment!“ sagte, fuhr Renate mich an: „Dann zieh doch einfach deine Hand weg!“ Naja, meinte ich, dann ist allerdings alles verschmiert und der Scheiß bleib auf meiner, nicht auf ihrer Hand (das letzte dachte ich mir nur, da ich bei so frühen blöden Sprüchen nicht ganz auf Zack bin). Dann waren alle verschwunden und ich freue mich, wie gesagt, wenn Ende der Woche einige mehr verschwunden sind (damit bin ich nicht allein!).

Bundis Vater sollte uns fahren. War das der schlecht gelaunte, rotzende, grummelnde Mann auf der Straße? Ich fasste mir ein Herz, ging hin, redete lachend auf ihn ein und …er war es und auch er konnte lachen. Da niemand auf den Beifahrersitz wollte (wer hätte das gedacht) setzte ich mich dort hin. Ha, genug Platz für mich, toller Ausblick und Privatsphäre, sozusagen die Business-Class der Limousinen. Die Fahrt muss ich sagen, habe ich auch sehr genossen! Auch wenn Bundis Fahrer während der ganzen Fahrt ständig die Rotze hochzog und rumrülpste…man kann nicht alles haben! Wir fuhren durch die grüne Wüste, was diese, dank der ungewohnten Farbe, sehr lebendig machte. Dann kamen wir in Osian an. Ein gemütlicher kleiner Ort mit vielen Pilgern. Zuerst besuchten wir den Mahavihara-Tempel aus dem 8.Jhd. Wow!!! Eine wahnsinns Tempelanlage. Inmitten vieler, vieler Menschen (trotzdem waren wir die einzigen (!) Europäer) schoben wir uns die Treppen hoch und durch die verschiedenen Bauten (immer wieder glücklich meine Platzangst…o.k. Klaustrophobie für die Klugscheißer, im Griff zu haben!). Toll und beeindruckend… Ein weiterer Tempel, der Sachiya Mata – Tempel, klein aber fein( Ich hoffe mal nicht, dass ich die Tempelnamen durcheinander schmeiße…Namen sind Schall und Rauch…). Hier trennte sich der Weizen vom Spreu, da er Eintritt kostete war nicht viel los…mal wieder Klassentrennung, dafür sauber! Gerne gesagt und viel zitiert: „man kann nicht alles haben!“ Wir taten unsern Wunsch nach Kamelen laut und prompt fuhr Bundis Vater in eine Nebenstraße und hast du dich versehen standen wir vor 5 Kamelen. Wir schauten hoch. Mir entfuhr ein: „Sind die aber hoch!!“ Und die anderen nickten. Sprachlos mit vollen Hosen standen wir vor den Dromedaren. Jetzt keinen Rückzieher machen, schnell die vollen Pumphosen entleeren im Gebüsch (wobei ich mir den ein oder anderen Dornen durch meine Flip Flops, die übrigens nicht die geeignetsten Schuhe fürs Kamelreiten sind, in mein Fußfleisch jagte…irgendwann hol ich mir noch ne Infektion!?!), dann suchten wir uns alle ein Kamel aus. Als wir alle, nach dem Aufrichten der Kamele, was wir ohne runterzufallen schafften, neben einander standen, wunderte ich mich doch etwas, dass ich auf alle herab blicken konnte…optische Täuschung? Nein, natürlich hatte ich mir das riesengrößte ausgesucht. Die einzige Kamel-Frau, dafür umso höher. Der Ritt ging los, über Bahngleise in die Wüste. Und dann endlich hatten wir Sand unter den Füssen (Kamelfüssen). Der Ritt war nicht außergewöhnlich spektakulär, eher angenehm, nur wenn es rauf oder runter ging suchte ich doch verstärkt Halt. Auf einem sandigen Wüstenhügel machten wir Halt. Dort beschloss Kati auch auf den Bergabritt zu verzichten und lieber mit den Kameltreibern, eher Führern, denn schnell waren die Wüstentiere nicht (so ein Kamelrennen wäre sicher cool! Aber lieber beim zweiten Mal…man muss ich ja auf was freuen können…oder beim dritten Mal? Naja, ich kann auch zuschaun…). Nachdem wir wieder aufgestiegen, außer Kati, die lief, uns auf den Rückweg machten, trauten wir unseren Augen nicht! Und das ist jetzt wirklich nicht übertrieben! Die eben noch leere wüste Wüste hat sich gefüllt, Männermassen, mindestens 30, standen, mit gezückten Fotoapparat mitten in der Sanddüne, auf uns wartend, rum und schossen, als wir an ihnen vorbei schritten, Fotos wie die Paparazzi! Ich bin vor Lachen fast von meiner übergroßen Kameldame gekippt… Auf dem Rückweg wurden noch 3 Tüten mit frittierten Dahls (wie auch immer die Mehrzahl ist) von der Straße geholt (also, natürlich lagen die nicht auf der Straße rum und wurden eingesammelt, sondern an der Straße gekauft…ein kleiner Einwand für die, die ich gestern zu viele Gehirnzellen wegesoffen haben, Ihr Glücklichen…) und an einem Straßencafé Chai getrunken. Dann ging es durch idyllische Vororte (nach fast 2 Monaten Jodhpur kann man sie tatsächlich so nennen!) zurück zum Guesthouse und alles weiter ist oben beschrieben.

 Die Babys waren kurz wieder da. Und Fares kam auf mich zu: ob mir denn bewusst wäre, dass ICH Renates Aufgaben übernehme werde!? Neee, das war es nicht!!! Auf einmal ist der Clown gut genug!?! Da wir zwei von der Sorte sind, werden wir dann unsere geringe Kompetenz zusammenkratzen und rauspressen, in einen (kleinen) Topf schmeißen und hoffen, dass die Kinder unter unserer Führung nicht sterben…! Renate hat mit mir außer: „Und wir war DEIN Tag so heute?“ , nicht viel geredet, ich auch nicht mit ihr…ich muss mich auf meine Kompetenz konzentrieren…

 

 

Neuer Tag, neues Glück…

Die anderen sind ins Kino heute soll der Film laufen. Ich bin zu müde, war doch sehr anstrengend, vor allem emotional, Kati ist auch da geblieben. Z.-G. hat wahrscheinlich einen Tick was das Nicken betrifft, sie fand die Kritik nämlich unmöglich und das glaube ich ihr auch! Auch die anderen waren entsetzt, vor allem, weil die Mädchen so gut waren…Genug von dem Thema, morgen müssen wir dann mal mit Fares reden (heute haben wir ihn nicht mehr erwischt)!

 Neuer Tag, neues Glück! Das Glück hat sich mir schon am Frühstücktisch mitgeteilt, nämlich, dass wir nicht mit im Film waren, der soll nämlich stinken-langweilig gewesen sein.

War eben in der „Blue-City-Mall“ und habe dort u.a. Haarspangen für die Mädels gekauft, hoffentlich kommen sie heute tanzen, dass wir uns nochmal bedanken können! Es ist soooo heiß, auch in Indien ist das Wetter nicht der Jahreszeit entsprechend. Eigentlich müsste der Monsun schon längst vorbei sein, er hat allerdings auch 2 Monate zu spät eingesetzt und es sollten 10 Grad weniger sein…aber gut ich hab´s ja nicht anders gewollt. In der Mall wurde sich wieder über mich lustig gemacht, weil ich Toilettenpapier gekauft habe und dann gleich 3 Rollen auf einmal (Ja, tut mir leid Ihr Höhlenmenschen, ich benutz meine Hand halt zu was anderem als den Arsch abzuwischen…Soooorry, aber ich hab doch recht!). In der Kosmetikartikel -Abteilung wurde ich wohl etwas verarscht, ich glaube mir wurden die teuren Mittelchen angedreht, die eigentlich die Ladenhüter sind, aber gut, für unsere Verhältnisse immer noch billig.

Auf dem Rückweg ist mir dann aufgefallen, wie angstfrei man sich jetzt über eine 18-spurige(eigentlich nur 2 Spuren) kreuz- und quer, hoch- und runter und in allen Richtungen befahrene Straße bewegt. Man braucht natürlich immer noch länger als die indische Bevölkerung, aber man steht sich nicht mehr die Beine in den Bauch.

 Die Mädchen haben sich sehr über die Haarspangen gefreut! Dann wurde getanzt, Dimpel hat sich bei allen verabschiedet und ist gefahren und nach dem Mittagessen haben wir Fares abgepasst, um ihm Bescheid zu geben, dass der neue Workshop anfangen soll. O.k., ja , kein Problem, aber am besten mit neuen Mädchen. Schade, aber gut…wobei, am Ende machen wir eh was wir für richtig halten (das haben wir ihm natürlich nicht gesagt)! Dann hat Kati sich getraut ihn wegen der Kritik anzusprechen, worauf er die Augen verdrehte und meine, das waren Vorschläge von einer Frau, die keine Ahnung hat. Er steht 100 %, nein 1000 % hinter unserem Projekt! Aha, wow,…hätte er da nicht auch mal früher sagen können??!?! Das Stück soll im März am Internationalen Frauentag in Jaipur aufgeführt werden. Also, sollen wir einigen Lehrern noch die Technik erklären…

 Im Boarding-House gings hoch her. Erstens war es Rekhas Geburtstag und zweitens sollten alle Mädchen heute mit ins Guesthouse kommen, um hier einen Gebetsabend, bzw. Nacht zu verbringen. Und hier sind sie nun auch! Ein Medium ist auch hier. Die Frauen saßen versammelt, dahinter die Kinder, vor dem Hausschrein, und beteten. Dann fiel das Medium, eine ca. 80 jährige Frau, in Trance und rollte ihren Kopf, murmelte, schrie, gurgelte und wälzte sich. Schon etwas gruselig (fanden die Babys wohl auch!), Hiernach erzählte sie was sie gesehen hat und segnete das Haus und gab Tipps, was zu tun ist, um das Glück zu halten. Die Mädchen sitzen jetzt auf den Matratzen im Hof und einige ängstigen sich, andere sind sehr müde. Das geht wahrscheinlich noch die ganze Nacht so, wir wurden „gewarnt“, dass es lauter wird. Einige der Kleinen haben schon gefragt, ob sie die Nacht nicht bei uns verbringen dürfen…Mal schaun, ob wir morgen früh einige Mädchen in unseren Betten finden!?

Da wir morgen einen Tagestrip nach Osian geplant haben (Kati, Claudia, Susanne und ich) wird die Nacht auch nicht allzu lang. Die ganze Theatergeschichte hat mich mehr bewegt als gedacht, ich bin immer noch wie erschlagen und werde jetzt (versuchen) zu schlafen!

 Gute Nacht, meine Lieben!

 Oh, jetzt singen sie… und nicht mal leise…

Ar§§&loch, s/&§)sse, Dre?)§=“ce, &%§&cher, I/& kö=)“t mic/ m&!%…

Der Tag ging zu Ende wie er angefangen hat…

Dimpel hat sich im Internet nach dem Kino-Programm erkundigt, und um 21:30 h sollte „Heroine“, der neue Bollywood-Kassenreißer kommen. Also sind G.-G. (Grummel-Granny), Maschinengewehr-Ann, Dimpel, Kati und ich zum Kino in der „Blue-City-Mall“ (fällt mir jetzt erst auf: „Blue City“, die blaue Stadt, so nennt ich Jodhpur wegen den blauen Häusern…man, man, man, manchmal bin ich etwas langsam…) getapert. Doch: der Film lief nicht! Es leif ein Horror-Movie auf den ich schon Lust gehabt hätte (in 3D), aber Kati und Dimpel mögen keine Grusel-Filme. Gut, dann gibt´s halt ein Bier im „On the Rocks“, …wenn´s sein muss trink ich auch das!Ich hatte ein lange und sehr nettes Gespräch mit G.-G. und hoffe, sie auch etwas aufgebaut zu haben. Sie ist übrigens über ihren Schatten gesprungen und versucht sich jetzt wirklich mit P.-G., oder nennen wir sie jetzt A.-G. (Anders-Granny, also anders als Andere) arrangiert, auch vise versa, sie sitzen jetzt einträchtig am Tisch! Ich habe G.-G. gesagt, wie toll ich das finde und ich stolz auf sie bin. Und sie war froh, dass es auch so offensichtig rüber kommt.

Heute Morgen fanden wir Maschinengewehr-Ann oben auf der Liege vor den Zimmern wieder. Sie hatte in der Nacht eine Ratte auf ihrer Brust, die wohl schmusen wollte, sie weniger und so nahm sie reis aus.

Dann durften wir über Umwege erfahren, was für Neuigkeiten im Boarding-House geplant sind. Es ist ja nicht so, dass uns das nichts angeht, dass wir gestern nicht den ganzen Tag im Guest-House waren, uns  nicht über eine Stunde mit Renate über die Kinder im Haus unterhalten haben…Ich hörte 2 neue Grannys über die Einteilung reden. Ich ging erst mal bügeln. Dort saß Renate, sagte allerdings nichts. Als ich sie fragte, ob sie den Mädchen nächste Woche nochmal in Ruhe erklären will, dass sie bald geht, sagte sie „Ja, das muss wohl sein!“, doch nichts weiter. Ich ging runter und sah die ganze Runde noch am Frühstückstisch. „Entschuldigung. Ich hab euch eben über das Boarding-House“ reden hören. Um was ging es da? Es betrifft ja in erster Linie Kati und mich!“ Anscheinend betrifft es uns erst in 6. Linie, denn es schienen alle schon zu wissen, ausser uns beiden. Den beiden Clowns vom Theater wird nichts erzählt…Auf jeden Fall hat die neue  Granny (die Lehrerin und Psychologin) keine Lust auf das Boarding-House, was ich in ihrem Gesicht schon immer ablesen konnte und sollte eigentlich mit Claudia, die jetzt im Fort ist tauschen. Doch diese will bleiben. Renate meinte dann anscheinend, es sei jemand mit Kompetenz gefragt (gut, dass Kati und ich außen vor gelassen werden, so kompetenzlos wie wir sind…). Darauf sagte die Lehrerin ade dann in die Runde: „Ja, Kompetenz, die habe ich! Dann muss ich das wohl tun!“ Und lief davon! Das wird ein Spass, wenn, ich nenne sie jetzt K.-G. (Kompetenz-Granny), alles umstrukturieren will…sie war ja schon in Afrika…nur kann man Afrika nicht mit Indien vergleichen…aber gut, sie hat ja Kompetenz, dann wird sie es schon besser wissen…sagt, der Clown.

Jetzt geht´s gleich in die oberen Gemächer und ich hoffe, unsere Schauspielerinnen sind vollzählich, die Frau vom Amt erscheint pünktlich (bzw. überhaupt!) und die Mädles rocken die Show!!

Es gibt Tage an denen man in alles und alle reinschlagen könnte! Heute ist einer solcher Tage, noch dazu habe ich diese bekommen, was die Angelegenheit nicht einfacher macht.

Nicht nur, dass wir von Renate, als wir Fares fragen wollten, ob diese Dame (jetzt wo ich sie kennengelernt habe tue ich mich sehr schwer mit diesem Wort!) nun kommt oder nicht, vor seinem Büro wie Schulkinder von der Oberstufenleiterin, abgewimmelt wurden oder dass ich durch Zufall, wie denn auch sonst, gehört habe das K.-G. nun zu „Sisters for sisters“ geht (keine Ahnung, ob die Clowns nun allein arbeiten sollen oder ob wir jemanden mit Kompetenz vorgesetzt bekommen) oder dass unsere Mädchen, die grandios gespielt haben (!) von der „Dame“ kritisiert wurden, so dass sie ins sich gesackt sind oder unsere ganzes Stück nun anders gemacht werden soll oder Z.-G., die vorgestern so lobte, die ganze Zeit dem zustimmte und heftig nickte oder als wir unseren Schauspielerinnen dann gratulieren wollten, wir einfach von einer Lehrerin unterbrochen wurden, die auf die Mädels einredete oder das Pümpel dann kam, um sich wieder mit Geschenken in den Vordergrund zu spielen und wir keine Gelegenheit mehr hatten zu unseren tollen Frauen zu sprechen, GEHT E MIR AUF DEN SACK, WIE RESPEKTLOS HIER MIT EINEM UMGEGANGEN WIRD!!! IHR KÖNNT MICH ALLE MAL KREUZWEISE!!! So, jetzt geht es mir ein kleines bißchen besser!

So, nun nochmal zu der Kritik einer Frau, die nichts, aber auch rein gar nichts mit Schauspielerei am Hut hat, ausser, dass sie ich mal einen Bollywood-Streifen anguckt (Ja, an Kritik soll man wachsen, blablabla, Fresse!). Sie kritisierte, dass zu wenig spannende Momente drin sind (sind wir im Kino oder was? Die Zuschauer haben geweint, was will man mehr?), nur ein Lied verwendet wurde, bei dem letzten Stück waren es Lieder mit Text, die immer zur Situation passten (ja, dieses ist allerdings ein ANDERES Stück. Und rate mal…der Musikvorschlag kam von Fares persönlich!), dass so was auch das indische Publikum erwartet (tja, wir sollten aber nun mal eine Präsentation für ausländische Touristen auf die Beine stellen!), dass „Mutter Indien“ eine Krone und einen weiß-Lila Sari trägt (tja, mit Krone ist ein bißchen schlecht bei dem vielen Getanze und weißer Sari auf weißen Vorhang ist vielleicht ein wenig ungünstig, oder?!?) und überhaupt sollte alles nur hinter dem Vorhang stattfinden (ja klar, dass macht das Stück ja viiiiiel spannender!)…

Ich hab Bauchweh, die Mädchen tun mir leid, die nette (nein, dieses Wort benutz ich jetzt nicht, ist ja ein U18-Blog) F…rau war so gemein zu ihnen. Vor allem zu unserer Unselbstbewusstesten war sie fies (hab ich schon erwähnt, dass vor dem ganzen Publikum getadelt wurde?) und ins Boarding-House kommen wir später nach. Es ist Pümpels letzter Tag und sie hat…wer weiß es??? Geschenke!!!

Es war schön bei den Babys, hat den Tag erhellt! Besonders Kaushilia, die am Anfang echt schwierig war, war süß. Der Abschied von Dimpel verlief seltsam unspektakulär. Ich denke mal, die Meisten haben es noch nicht kapiert, mal sehen, wie die Stimmung morgen ist…

Meine Stimmung ist nun o.k., wir hoffen heute noch Fares abzupassen, weil wir mit ihm wegen den geplanten Änderungen reden müssen. Wir wollen das nicht und möchten mit einem neuen Workshop, wie geplant beginnen…

Vielleicht hat Dimpel ja heut noch was vor und vielleicht hab ich ja Lust mitzumachen…vielleicht!?!