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„Heißer Sand und ein verlorenes Land…“

Die Nacht war absolut in Ordnung, besser noch, ich war so kaputt, dass mich der Gesang eingelullt und später eingeschläfert hat. Ohne Albträume von irgendwelchen Medien (ein Medium, 2 Medien) und deren Visionen schlief ich fast durch bis 7:45 und meinem Weckergeläut.

 Heute ging es nach Osian, Tempel gucken und Kamelreiten in der Wüste.

 Ach ja, gestern Abend habe ich durch Zufall erfahren (natürlich über dritte!), dass ich eigentlich mit den Babys heute zum Zahnarzt mit fahren sollte, eine Tagestour auf die eigentlich K.-G. eingeplant war (was wir auch nur zufällig hörten). Jetzt wurde K.-G. allerdings abgezogen, da sie nicht mit Kindern arbeiten will, was ich ja tuscheln hörte und mich darauf hin einklinkte. Dies erfuhr ich allerdings nur, weil ich explizit nachfragte… So und gestern wurde ich dann gefragt, wann es denn mit den Kindern losginge, da ich ja mitfahre…Aha… Es wird Zeit, dass 2 der Grannys verschwinden und hier nicht weiter dieser Hierarchie-Scheiß am Laufen ist…ich glaub ich spinne!!! Natürlich bin ich NICHT mit zum Arzt!!! Und habe Fares eben auch getroffen und von meinem Kamelritt erzählt, er hat etwas doof geguckt…mir so was von latte, ich bin stolz auf mich, vielleicht bin ich ein Clown, aber kein Hanswurst!

Jetzt aber zu heute…morgens beim Frühstück waren alle Kids noch da, es gab wohl wieder mal eine Verzögerung. Koshilia griff meine Hand und ehe ich begriff, war sie schon voll Henna…mal wieder…Renate nickte lächelte. (Ich genieße erst mal meinen Sonntags-Nachmittags-Kaffee diesmal ohne Keks, die hab ich gestern schon gefressen! In nur 20 Minuten war er da, dass nenn ich schnell…ernst gemeint!). Dann auf einmal sprang sie auf, rief alle Kinder auf nochmal die Toilette zu besuchen und zerrte an Koshilia. Zu Koshilia sagte ich, sie solle auch auf Klo und müsste nun aufhören mich zu bemalen. Als sie „Only one moment!“ sagte, fuhr Renate mich an: „Dann zieh doch einfach deine Hand weg!“ Naja, meinte ich, dann ist allerdings alles verschmiert und der Scheiß bleib auf meiner, nicht auf ihrer Hand (das letzte dachte ich mir nur, da ich bei so frühen blöden Sprüchen nicht ganz auf Zack bin). Dann waren alle verschwunden und ich freue mich, wie gesagt, wenn Ende der Woche einige mehr verschwunden sind (damit bin ich nicht allein!).

Bundis Vater sollte uns fahren. War das der schlecht gelaunte, rotzende, grummelnde Mann auf der Straße? Ich fasste mir ein Herz, ging hin, redete lachend auf ihn ein und …er war es und auch er konnte lachen. Da niemand auf den Beifahrersitz wollte (wer hätte das gedacht) setzte ich mich dort hin. Ha, genug Platz für mich, toller Ausblick und Privatsphäre, sozusagen die Business-Class der Limousinen. Die Fahrt muss ich sagen, habe ich auch sehr genossen! Auch wenn Bundis Fahrer während der ganzen Fahrt ständig die Rotze hochzog und rumrülpste…man kann nicht alles haben! Wir fuhren durch die grüne Wüste, was diese, dank der ungewohnten Farbe, sehr lebendig machte. Dann kamen wir in Osian an. Ein gemütlicher kleiner Ort mit vielen Pilgern. Zuerst besuchten wir den Mahavihara-Tempel aus dem 8.Jhd. Wow!!! Eine wahnsinns Tempelanlage. Inmitten vieler, vieler Menschen (trotzdem waren wir die einzigen (!) Europäer) schoben wir uns die Treppen hoch und durch die verschiedenen Bauten (immer wieder glücklich meine Platzangst…o.k. Klaustrophobie für die Klugscheißer, im Griff zu haben!). Toll und beeindruckend… Ein weiterer Tempel, der Sachiya Mata – Tempel, klein aber fein( Ich hoffe mal nicht, dass ich die Tempelnamen durcheinander schmeiße…Namen sind Schall und Rauch…). Hier trennte sich der Weizen vom Spreu, da er Eintritt kostete war nicht viel los…mal wieder Klassentrennung, dafür sauber! Gerne gesagt und viel zitiert: „man kann nicht alles haben!“ Wir taten unsern Wunsch nach Kamelen laut und prompt fuhr Bundis Vater in eine Nebenstraße und hast du dich versehen standen wir vor 5 Kamelen. Wir schauten hoch. Mir entfuhr ein: „Sind die aber hoch!!“ Und die anderen nickten. Sprachlos mit vollen Hosen standen wir vor den Dromedaren. Jetzt keinen Rückzieher machen, schnell die vollen Pumphosen entleeren im Gebüsch (wobei ich mir den ein oder anderen Dornen durch meine Flip Flops, die übrigens nicht die geeignetsten Schuhe fürs Kamelreiten sind, in mein Fußfleisch jagte…irgendwann hol ich mir noch ne Infektion!?!), dann suchten wir uns alle ein Kamel aus. Als wir alle, nach dem Aufrichten der Kamele, was wir ohne runterzufallen schafften, neben einander standen, wunderte ich mich doch etwas, dass ich auf alle herab blicken konnte…optische Täuschung? Nein, natürlich hatte ich mir das riesengrößte ausgesucht. Die einzige Kamel-Frau, dafür umso höher. Der Ritt ging los, über Bahngleise in die Wüste. Und dann endlich hatten wir Sand unter den Füssen (Kamelfüssen). Der Ritt war nicht außergewöhnlich spektakulär, eher angenehm, nur wenn es rauf oder runter ging suchte ich doch verstärkt Halt. Auf einem sandigen Wüstenhügel machten wir Halt. Dort beschloss Kati auch auf den Bergabritt zu verzichten und lieber mit den Kameltreibern, eher Führern, denn schnell waren die Wüstentiere nicht (so ein Kamelrennen wäre sicher cool! Aber lieber beim zweiten Mal…man muss ich ja auf was freuen können…oder beim dritten Mal? Naja, ich kann auch zuschaun…). Nachdem wir wieder aufgestiegen, außer Kati, die lief, uns auf den Rückweg machten, trauten wir unseren Augen nicht! Und das ist jetzt wirklich nicht übertrieben! Die eben noch leere wüste Wüste hat sich gefüllt, Männermassen, mindestens 30, standen, mit gezückten Fotoapparat mitten in der Sanddüne, auf uns wartend, rum und schossen, als wir an ihnen vorbei schritten, Fotos wie die Paparazzi! Ich bin vor Lachen fast von meiner übergroßen Kameldame gekippt… Auf dem Rückweg wurden noch 3 Tüten mit frittierten Dahls (wie auch immer die Mehrzahl ist) von der Straße geholt (also, natürlich lagen die nicht auf der Straße rum und wurden eingesammelt, sondern an der Straße gekauft…ein kleiner Einwand für die, die ich gestern zu viele Gehirnzellen wegesoffen haben, Ihr Glücklichen…) und an einem Straßencafé Chai getrunken. Dann ging es durch idyllische Vororte (nach fast 2 Monaten Jodhpur kann man sie tatsächlich so nennen!) zurück zum Guesthouse und alles weiter ist oben beschrieben.

 Die Babys waren kurz wieder da. Und Fares kam auf mich zu: ob mir denn bewusst wäre, dass ICH Renates Aufgaben übernehme werde!? Neee, das war es nicht!!! Auf einmal ist der Clown gut genug!?! Da wir zwei von der Sorte sind, werden wir dann unsere geringe Kompetenz zusammenkratzen und rauspressen, in einen (kleinen) Topf schmeißen und hoffen, dass die Kinder unter unserer Führung nicht sterben…! Renate hat mit mir außer: „Und wir war DEIN Tag so heute?“ , nicht viel geredet, ich auch nicht mit ihr…ich muss mich auf meine Kompetenz konzentrieren…

 

 

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