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Monats-Archive: September 2012

„Oh, du fröhliche…“

Zweimal Stromausfall…interessanter Weise immer, wenn draußen die Hölle los war. Also nicht nur, dass man durch Hitze und Schwitze aufgewacht ist, nein, man konnte auch nicht mehr einschlafen wegen (Ge)schwätze.

Heute ist Clocktower angesagt, aber erst nach dem Mittagessen (vielleicht find ich ja meinen Terminkalender in der Zwischenzeit, har, har, har, har, har…) und heut Abend: „On the Rocks“! Z.-G., die heute Abend ja „alleine“ ist, zieht ihren Weg der selbst auferlegten Möchtegern-Leitwölfin weiter durch und hackt den Abend dann wahrscheinlich auf sich selber ein. Ich find es schade, es ist ja auch ihr letzter Tag (und Susannes, deshalb gehen wir essen), aber für die Stimmung ist es sicher besser!

 Mir fällt ein Stein, nee ein Gebirge, vom Herzen!!! Mein Pass ist da! Ich war mir ja gar nicht mehr so sicher, ob Fares Frau weiß wo dieser ist. Ich habe ihn irgendwann mal einem Angestellten gegeben und fand ihn dann nicht in meiner „Geldtasche“, die zur Aufbewahrung bei Fares Frau (jetzt hab ich doch tatsächlich vergessen, welchen Namen ich ihr gegeben habe…sie ist übrigens richtig (!) nett und herzlich geworden und macht Scherze mit einem) war, wieder. Auch sie musste suchen, doch er ist da (und bleibt auch hier! Ich suche ein Versteck, dass ich nicht vergesse…hoffentlich…!)! Jetzt steht meiner Ausreise in genau (!!!!!!) einem Monat nichts mehr im Wege…

 R. hat sich eben verabschiedet. Sie, sowohl auch Z.-G. sind ja nicht verkehrt, ihnen hat die „Macht“, die sie in ihren Augen hatten, nicht gut getan, sowie die Annahme, dass sie alles besser können…

Ich war zuerst in der Stadt mit Kati ein Lassi trinken…was ein Glück, dass wir jetzt wissen, was der echte beste Lassi-Laden ist (und was eine Schande, das wir den anderen tatsächlich dafür hielten…)

Dann haben wir uns getrennt, ich ging Richtung Boutique, Kati Richtung Keineahnung. Im Trust-Laden fand ich nicht nur Geschenke (welche wird nicht verraten) sondern auch Z.-G. die mit A.-G. Inventur machte. Nachdem ich fertig eingekauft habe sind wir dann zusammen los. (Wie gesagt, sie ist ja nicht völlig verkehrt). Wir haben den Grund, bzw. den einen Teil der amourösen Beziehung getroffen (so ein widerlicher Typ!) und Z.-G. sagte, dass sie das mit der Affäre schon lange gewusst hatte und deshalb an dem einen Meeting gesagt hatte, sie sei nicht die Schlimmste. Das sie allerdings auf mich gedeutet hat, gab ich ihr zu verstehen. „Ja“ kam als Antwort, der Rest machte keinen Sinn (wie manchmal, wenn sie was redete und weder Kati noch ich verstanden was eigentlich) und hab ich auch vergessen und war mir dann egal, ich wollte nur Zucker in Form einer Cola und keinen Streit.

 Nach der besagten Cola bin ich noch kurz alleine rum. Es sind heute wieder knapp 40 Grad, die Menschenmassen zu anstrengend und die Touristen, die jetzt wieder vermehrt da sind (noch überschaubar aber schon anschaubar) haben mich genervt…ich will nicht mit denen in einen Topf geschmissen werden schließlich arbeite ich hier und spreche fast Hindi!

Dann bin ich zum Tuk Tuk-Stand und die Verrückten wollten doch tatsächlich 80 RUP von mir. Neeee, sagte ich, Ihr spinnt wohl, ich bezahle immer 40 (was ein klein wenig gelogen ist, denn eigentlich bezahl ich 50). Nein, sagten sie, niemals. Gut, sagte ich, und tschüss! „Niemals“ ist wohl auch dehnbar, denn nach 3 Metern Weges riefen sie mich zurück, ich solle einsteigen, 40 gehe in Ordnung. Als ich saß, bemerkte ich wie einige Fahrer, lachten und es wohl ganz cool fanden, dass ich einfach gegangen bin. Dann gab mir einer zu verstehen, dass nächste Mal soll ich für 30 fahren. Schwer als „Weiße“, aber, wie schon mehrmals erwähnt: mein indisches Ich ist nicht zu verleugnen!

 Jetzt im Guesthouse hoffe ich, dass wir Wasser haben, denn duschen wäre für mich und meine Umwelt eine Wohltat! Duschen wär ein zu großes Wort für die Waschaktion, die ich hinter mir habe.

Am Wasserhahn des Waschbeckens ist eine Art Strahl zu erkennen, die Dusche ging in Nässe-Streik. Nach dieser Entdeckung habe ich versucht meinen Riesenschädel unter den Waschbeckenhahn zu quetschen, was allerdings mit Beulen am Kopf und fast runtergerissener Keramikschale endete. Da erblickte ich den Kakerlaken-Fang-Becher und erinnerte mich seiner eigentlichen Aufgabe (wobei der Hersteller mit großer Sicherheit sicher auch an Mehrbeiner und deren Entsorgung gedacht hatte!). So konnte ich mich „duschen“ und mir die Haare waschen und eine nunmehr nicht ganz mehr so dreckige und verschwitzte Ankel freut sich gleich auf, entweder „Pearl Harbour“ und auf ein Nickerchen, ich bin mir noch nicht ganz schlüssig…. Mein neue Deo, welches ich mir hier gekauft habe, hat anscheinend die Duftnote „Mottenkugel“.) Ich schätze mal für die „verheiratete Frau“, damit sie niemand, mehr ansieht, bzw. ihre Nähe meidet… )

 Das Nickerchen hat gewonnen, es war allerdings eher ein Döserchen, aber etwas erfrischt wünsch ich mir jetzt ein Vanilleeis mit Schokosoße, Mc Donalds-Essen und ein schönes Fletzsofa… „Hex, hex,äh Clocktower, nee das war was anderes, Simsalabim!“ Naja, ist ja nur noch ein Monat…

Das Essen war lustig. Ich habe mich, zur eigenen Überraschung, für was Vegetarisches entschieden. Allen Nicht-Tier-Essern zum Trotz: das nächste Mal muss wieder Fleisch auf den Teller… G.-G. und A.-G. sind so lustig. Sie verstehen sich besser und besser (und ich habe erfahren, dass ihn ihrem Streit Z.-G. die Finger drin hatte und ihn immer wieder neu provoziert hat…interessant!), ich machte schon Witze drüber, dass sich nun die besten Freunde gefunden hätten und sie stiegen drauf ein…lustige Mädels!!!

 So, liebe Leser und Nichtleser, ich werde nun schlafen…gute Nacht!

 

„Hier komm ich nie mehr raus…!?“

Das Meeting heute war ja so was von schlimm… stinkenlangweilig, 4 Stunden lang, 70 % in Hindi und einfach… schlimm…

 Aufgewacht sind wir bei Stromausfall, der dann auch seine 2 Stunden lang war (momentan haben wir kein Wasser, was den Stromausfall zu einem Wunschkonzert macht), die Hitze hat mich aus dem Zimmer rausgeschwemmt (bildlich: der Schweiß hat mich davongetragen…).

 Und danach dann das Trust-Treffen des Grauens. Auf dem auch von unseren Kakerlaken-Überfall (in Hindi) berichtet wurde und herzlich gelacht. Außerdem wurde nochmal das Stück gelobt, vor allem der Effekt des Schattentheaters, welches er sich nie hat vorstellen können (das weiß ich, ich kann mich nämlich noch gut an sein Gesicht erinnern, als ich es ihm vorschlug…Na, was ein Glück hab ich dann einfach gemacht was ich wollte und wie gut, dass Kati auch mitgespielt hat! Das nächste Stück wird mehr auf ihrem Mist wachsen (es aber nicht werden…also „Mist“!). Und das er uns persönlich wieder anrufen und nach Indien einladen wird für neue Stücke (na, wenn „einladen“ wörtlich gemeint ist, dann: nur zu!) Schreckliche Geschichten von indischen Männern haben wir wieder gehört: im stattlichen Women-Shelter-Home, in dem die Frauen wie Gefangene und nicht wie Opfer behandelt werden, haben nicht nur Wärter diese missbraucht, sondern die Schutzsuchenden an Männer verkauft!! Man glaubt, jetzt kann einen nichts mehr umhauen und dann kommt die nächste Story an… Oder andere Geschichten, wie die von Poocha, unsere Kleine, die Polio hatte (oder eben auch nicht). Sie hatte ja offiziell den Namen „Nummer 3“, wurde von der gesamten Familie aber „Einbein“ genannt, da ein Fuß von ihr verkrüppelt ist. Von Lehrer, die die Kinder von „Sisters for sisters“ nicht unterrichten, aus welchem Grund auch immer, etc. Dann irgendwann ging es nur noch um Finanzen und um innerpolitischen Kram (denke ich, mein Hindi ist doch schlechter als gedacht…) und ich dachte: „Hier komm ich nie mehr raus!!!“

 Ich kam wieder raus, allerdings erst um 15:15…also, schnell essen und dann ins Boarding-House.

 Der letzte Tag dort von R. und Z.-G., die ja auch öfter mit war. Mir wurde gestern Abend schon ganz offiziell die Tasche mit den Utensilien überreicht, dafür bin ich nun zuständig. Im Boarding-House war die Stimmung gut, ehe ich mich versah war mein zweiter Fuß sowie eine Hand voll Henna, das wars jetzt aber auch mit dem Geschmiere, außer vielleicht einen Fuß bevor ich gehe vielleicht (wobei ich zugeben muss, es ist schönes Geschmiere!). Nyrmella, die auch beim Meeting des Grauens dabei war, war allerdings bis 18:30 nicht aufgetaucht. Eigentlich hatten die beiden Grannys vor Bilder zu zeigen und Videos, dies aber mit ihr. Deshalb sich sie, als wir mit Guino ins Guesthouse fuhren noch da geblieben (es ist jetzt fast 22h und sie sind immer noch nicht da…ich bin froh, dass ich den Abschied nicht miterleben musste!). Ich bin mir immer noch nicht sicher, ob alle Mädchen verstanden haben, dass Kati und ich noch bleiben…und auf die Atmosphäre am Montag bin ich gespannt. Einige machten uns klar, dass wir ruhig gehen können, solange R. bleibt. Uns hat das sehr verletzt, vielleicht haben wir ja was falsch verstanden….

 Beim Abendessen haben A.-G., G.-G. (die sich jetzt wirklich gut verstehen!) und K.-G. ihre Freude kundgetan, dass sich ab morgen, bzw. Montag einiges ändern wird. Und dann haben Kati und ich unseren ersten Einsatz als Voluntärbeauftragte vor den Voluntären gehabt. Wir haben von dem „Kein-Kontakt-mit-Einheimischen“-Gebot gesprochen, wie es gemeint ist und worum es geht. Die Stimmung gegen Fares ist nämlich ebenfalls schlecht, ein Fan von ihm bin ich auch nicht, aber vermitteln kann man ja, dass der Graben, der sich auftat vielleicht ein bißchen mit Kies gefüllt wird (muss ja kein Beton sein!). Ich denke das haben wir ganz gut gemacht, ohne Auftrag…und ohne Spitzeltätigkeit!

Dann waren wir noch zu viert auf dem Dach und haben noch ein wenig geplauscht….

 Morgen kann ich ausschlafen!!! Und dann will ich die ersten Mitbringsel, bzw. auch schon Weihnachtsgeschenke kaufen (eine kluge Frau baut vor!) und außerdem brauch ich einen neuen Terminkalender, ich befürchte meiner ist auf immer und ewig verschollen… Und ich hoffe ich vergesse, wenn ich mich verlaufe, nicht das Losungswort!

 Wieder geht ein langer Tag zu Ende! Auch wenn die Geschichten, die ich zu berichten habe immer langweiliger werden, bleib ich mir treu und schreib täglich weiter… Namaste, Ihr Lieben!

 

 

Die Inderin in mir…

Ratet mal, wohin ich heute Morgen wollte? Ja, mal wieder zu Mister Ram Undsoweiter. Und ratet mal, wer nicht da war? Falsch, es begann schon viel früher; Dilhkusch hat mich versetzt.

Und so kam ich in den Genuß, schon mal meine ersten Pflichten als Voluntärbeauftragte zu übernehmen. Ich saß, mit dem Rücken Fares und neuen Gästen zugewandt, wartend auf einer Bank nahe dem Ausgang. Als erstes wurde Z.-G. zu dem Gespräch mit den wichtigen neuen Besuchern (sie sind Australier und haben einen riesen Koffer mit Geschenken für die Boarding-House-Kids dabei) geholt. Dann wurde ich entdeckt und wurde ebenfalls dazu gebeten (und das kam zuvor noch NIE vor!). Z.-G. tat so als gehöre ihr der Trust, ich lächelte und hielt mich ansonsten eher zurück, es langt wenn eine aufdringlich ist. So ist das also, wenn man zum Inner Circle dazugehört…stinkenlangweilig…

 Am Wochenende sollten übrigens Brad Pitt und Angelina Jolie nach Jodhpur kommen. Auf dem Fort heiratet der Maharadscha von Keineahnung und die beiden sind anscheinend geladene Gäste. Hallo??!?! Warum bin ich nicht eingeladen???

Dilkhuscha hat auf eine E-Mail von mir geantwortet, dass sie morgen Prüfung hat und deshalb nicht gekommen ist, wir gehen am Montag. Nicht, dass sie den Termin heute ausgewählt und auch nicht, dass sie, im Gegensatz zu mir, meine Handynummer hat…Schon klar…

 Der Workshop ist echt anstrengend. Die Mädels treten natürlich auch ein schweres Erbe an. Die letzten waren so klasse, das ist nicht leicht da mitzuhalten… aber wir sind überzeugt (wenigstens meistens), dass sie es schaffen!

Im Boarding-House war heute die Hölle los, Z.-G., R., Kati, ich und als wir ankamen auch noch die australische Familie. Als diese wieder gingen lief alles den gewohnten Lauf. Die 2.Klasse hatte schon wieder für einen Englisch-Test zu lernen (Vishnu hatte beim heutigen übrigens 5 von 5 Punkten, was aber eher an der enormen Fähigkeit des Auswendiglernens der Inder liegt als am Verstehen) und sie zog es wieder vor mit mir zu lernen. Ebenso Pooncha, sie kam nach einer Weile an und forderte mich ein. Irgendwie wurde gestern eh viel eingefordert, da war es schon schwer Entscheidungen zu treffen, man kann nicht überall gleichzeitig sein! Am Schluß hab ich dann selber ebenfalls ein Kind geschnappt und habe mir meinen Fuß hennarisieren lassen.

 Dann sind ein paar von uns ins Kino. Es gab „Kaamal Dhaamal Malamaal“ eine Komödie, komplett in Hindi, sehr lustig und da ich ja inzwischen sehr indisch bin, habe ich den Film natürlich verstanden und den anderen im Anschluß erklärt. Sie fanden meine Ausführungen stimmig und ich war zufrieden. Vorher waren wir im Kinokomplex noch Kaffee trinken. Ich war diesmal ganz mutig und bestellte einen Eiskaffee MIT Vanilleeis…und mir geht es gut! (Moment, ich muss mal kurz auf´s Klo…..kleiner Scherz…). In den indischen Kinos ist es klasse, dass neben dem Handytelefonieren und Gerülpste (was jetzt nicht soooo angenehm ist), viel geklatscht, aufgesprungen und gejohlt und geschrien wird…da ist Leben drin (wenn sie schon kein eigenes haben…) .

Auf der Rückfahrt, zu 5 in der Rikscha, musste ich auf der Seitenstange sitzen und mein Hintern, der aus dem Tuk Tuk raushing erregte viel Aufsehen. Dann wurde noch indische Disco-Musik angemacht, die Light-Show gestartet und so war das Bollywood-Feeling komplett! Hundemüde, ohne Kraft um alles aufzuschreiben, fiel ich ins Bett.

Jetzt haben wir schon seit 2 Stunden Stromausfall (natürlich nur in unserem Zimmer und der Küche…) und in einer halben Stunde unser 4-stündiges Gruppenmeeting (juchuuuuuuuu!), darum genug für jetzt, nachher gibt’s mehr, adios, äh, namaste…

 

Petze, Petze ging in Laden…

Ein Stromausfall nach dem nächsten…

Haben jetzt die Boarding -House-Kinder „durchgesprochen“, die Akte kann nun von uns an die Nächsten weitergegeben werden. Das hört sich an…ich bin doch noch über einen Monat hier (aber ich muss zugeben, die Zeit vergeht echt schneller!).

Eben ist mir erneut aufgefallen, dass ich nun wirklich nicht als „geselliger Voluntär“ bezeichnet werden kann…bin oft die erste beim Essen und zu viele der anderen am Tisch sind mir einfach zu viele! Egal ob Frühstück, Mittag- oder Abendessen, wenn ich fertig bin, steh ich meist auf und geh. Ich hab keine Lust auf Gespräche, die sind mir zu anstrengend… So kenn ich mich nicht, aber ich hab in Indien eh schon einige interessante Züge (wir sprechen nun nicht von der Bahn…die, wie ich in meiner Abgeschiedenheit gelesen habe, ja schon wieder teurer werden soll!?) an mir entdeckt!

(Das Fernbleiben meinerseits ist aber nicht der Grund meines fehlenden Informationsstatus. Die 2 anderen Damen verschwinden immer auch sehr schnell in ihre Ecke.)

Der Workshop lief ganz gut. Ist halt noch sehr anstrengend so am anfänglichen Anfang mit Anfänger…

Bevor wir ins Boarding-House sind wurden wir, diesmal live, Zeuge von erneuten Intrigen! Z.-G. hat tatsächlich Fares gepetzt, dass K.-G. mit einem Inder einen Tee in seinem Shop (!) getrunken hat! Und seit dem es vor 1 nem Monat Probleme wegen eines amourösen Ausrutschers einer Ex-Granny (sie ist immer noch „alt“, aber nicht mehr in der Organisation) gab, und Fares nun ein gebranntes Kind ist, laufen seine Schräubchen im Kopf bei so einer Schlagzeile natürlich auf Hochtour. Und aufgegeilt (ich finde einfach kein anderes Wort!) hat sich Z.-G. daran, dass sie der Überbringer war! Es war schrecklich. Kati konnte sich glücklicherweise zusammen nehmen und hat versucht die Gemüter zu beruhigen. Ich war allerdings so kurz vorm Explodieren, ich sagte Sachen wie: er kann allen vertrauen, auch die Gemüter der beiden Grannys, die sich spiegeln, haben sich beruhigt (das wäre ihm auch schon positiv aufgefallen…er bezieht es allerding auf sein Intervenieren…gut, wenn es ihm dann besser geht…) und das seine Ansage, die er bei dem Meeting vor 1 Monat gemacht hatte, auf Grund seiner noch frischen Verärgerung zwar gerechtfertigt, allerdings viel zu heftig war. Es wurde dann von R., Z.-G. und Fares noch auf uns eingeredet (der einzige der nett war, war Fares), weil wir, bzw. eher Kati, da ich Z.-G. fast an die Gurgel gesprungen wäre und nur auf ein falsches Wort gewartet habe (gut, da kamen zig falsche Wörter raus, aber keins an mich direkt gerichtet, dann hätte ich auch mal erzählen können, wie sie vor 2 Monaten damit angab, dass alle Verkäufer und Männer sie in Jodhpur kennen würden, bla, bla, bla (nicht zu vergessen eine Situation bei der sie, auf so was von Fares angesprochen wurde, dann auf mich ausgestrecktem Finger zeigt und sagte: „Die ist noch viel schlimmer!“ Hä?? Ich war da grad 2 Tage da und war in EINEM Geschäft (in dem man sie übrigens kannte und ich auf sie angesprochen wurde!)…Ich hätte e schon damals wissen müssen, allerdings bin ich bei  solcher Heimtücke immer sehr naiv und raffe es nicht…)), wir wurden ständig korrigiert und dann wurde uns doch tatsächlich mitgeteilt, da Fares den anderen nicht traut, sollen wir nach der Abreise der beiden Heimtück-Grannys,  an ihrer Stelle fungieren… Na super, Kati und Ankel die Superspione oder was?? Nee, nee, das kann er mal knicken! Aber ich denke, wenn erst mal ein bißchen Ruhe eingekehrt ist, also spätestens nächsten Montag, dann können wir mit  Fares normal und anständig reden! Und ihn mal über die Situation der letzten Monate aufklären und wie unglücklich alle sind!

Im Boarding-House mussten die Zweitklässler schon wieder für einen Test lernen. Ich habe mir Vishnu geschnappt und Poocha kam später auch zu mir…mal schaun, wie sie morgen abgeschnitten haben, so richtig kapiert haben sie nicht, was sie machen sollten…

Später, zurück im Guesthouse musste ich im Auftrag von Nyrmella mit Fares reden. Er rief mich danach nochmal zurück und sagte mir, dass er hofft, dass Kati und ich seine Ansagen vorhin nicht persönlich genommen haben. Er schätzt uns sehr und hat großen Respekt vor uns und unserer Arbeit. Und wir wüssten gar nicht, was wir mit unserem Projekt alles für die Mädchen getan haben und unser Stück würde ihm immer noch Tränen in die Augen treiben (ja, da waren tatsächlich welche)…Und das alles vor 2 Freunden von ihm…geht doch (oder Show?)!

Hier passiert so viel, ich kann echt nur Bruchtücke aufschreiben…zwischenmenschlich, mit einem selber, während der Arbeit…leider nicht immer gute Erfahrungen…ich versuche die wichtigsten mit Euch zu teilen…

Wenn es sich manchmal nur nach Lästerei anhört, sind es aber die Gefühle und Gedanken, die mir grade durch den Kopf gehen und mir zu schaffen machen. Die gewollte oder ungewollte Negativität und das intrigantes Getue, auch wenn es womöglich unbedacht ist, und die Auswirkungen auf den eigenen Körper und  die Stimmung , allgemein sowie persönlich, ist, vor allem wenn Du weit weg von zuhause bist, nicht zu verachten. Daheim geht man diesen Menschen, wenn möglich aus dem Weg und/oder spricht mit ihnen. Hier ist noch nicht mal eine richtige Aussprache möglich, da die Hackordnung festgelegt wurde und gnadenlos, ohne Rücksicht von Verlusten durchgezogen und leider die Manipulierbarkeit des Chefs voll ausgenutzt wird, dieser es auch nichts merkt, sondern im Gegenteil dazu noch dankbar ist und das Gefühl hat Verbündete zuhaben, und die Kraft zu kämpfen fehlt… man kann sich ja noch nicht mal zurückziehen! Aber: „Alles wird gut und das schon bald!“, will ich doch hoffen.

Habe diesen Text von Kati nochmal absegnen lassen, sie ist ganz meiner Meinung!

 

Guats Nächtle!!

 

No strike today, lalalalalala….

Das ist mal wieder typisch Indien! Entweder man ahnt nichts, will raus und es geht nichts weil es draußen streikt oder der Streik ist angesagt aber niemand macht mit!

 Also: kein Streik! D.h. Susannes Geburtstags-Party steht nix im Wege und auf genau diesen machen sich Kati und ich auch gleich, um einen Sari fürs Ehrenkind zu besorgen (mal sehen, vielleicht kauf ich mir gleich auch einen!?!).

Kati und Ankel lost in Jodhpur. Nachdem wir einen Sari für Susanne (und ebenfalls einen für mich) bei den Marktfrauen erhandelt hatten und in der „Apotheke“ für Mückenschutznachschub besorgt haben (die militärischen Vorräte sind wohl aufgebraucht, es gab nur noch Schutz für Normalos), machten wir uns auf die Suche nach Postkarten für Kati. Wir wurden nach 10 Minuten zufällig fündig („zufällig“…wie „warten“ eines der meist gebrauchten Wörter während meines Aufenthalts), ein CD-Laden hatten welche im Hinterraum versteckt (Postkarten scheinen hier nicht der Verkaufsschlager zu sein…). Dann wurden wir magisch von den Nebenstraßen und Gassen angezogen…indischer, arabischer, 1000 und 1 Nacht Flair lag in der Luft (mit kurzer Unterbrechung als wir an öffentlichen Stehklos vorbeikamen). Immer tiefer wurden wir in diese mystische Atmosphäre reingezogen…bis wir irgendwann gar nicht mehr wussten wo wir waren…alles sah gleich aus, selbst die Menschen…doch die glücklichen Wir kannten die Formel um den Zauberberg zu öffnen! Nachdem „Sesam öffne dich!“ so wenig funktionierte wie „Hokuspokus!“ versuchten wir es mit dem geheimnisvollen Wort: „Clocktower!“ und siehe da, die Tore wurden geöffnet…bzw. die Münder, die uns mit Hilfe von in Bewegung gesetzten Armen und Händen, die Richtung wiesen. Eine der Wegweiserinnen fragte , auf uns deutend: „South-Africa?“ Nee, sorry, Ghana (ich sag doch, dass ich indisch aussehe!)… Sonntag wird ich dann mal alleine die Untiefen Jodhpurs entdecken, ich weiß ja, wie ich wieder raus komm!

Beim Mittagessen haben wir erfahren, dass es mal wieder ein Team-Meeting gibt heut Abend…oh man… Dass es hoffentlich nicht zu lange dauert, gab ich zur Antwort, da schließlich heute Susannes Geburtstag ist und sie diesen feiern will. „Oh…o.k. only half an hour!“, wenn das ne indische halbe Stunde ist, na dann viel Spaß! Außerdem wollte ich heute doch noch die Haare waschen, da wir wieder ins Krankenhaus mit paar Mädchen müssen (mir wurden eben übrigens so nebenbei gesagt, dass am Sonntag beim Arztbesuch dieser meinte, dass Poocha keine Kinderlähmung hätte sondern Skoliose, die zu behandeln wäre…Na gut, bald ist es ja vorbei…mit den zurückgehaltenen Informationen und Machtspielchen…hoffentlich!), gut dann wird halt wieder zusammengehockt… Apropos Team-Meeting, wir haben eben erfahren, dass das Monatsmeeting, das immer (!!!!) am 1. eines Monats stattfindet, diesen Samstag ist! Also NICHT am ersten! Der einzige Tag an dem ich ausschlafen kann… Außerdem habe ich mich gefreut, dass das nächste Meeting ohne 2 Personen stattfindet, ich weiß auch nicht warum sie dabei sein müssen…die flennen die ganze Zeit, erdrücken und verwirren die Kinder damit, es ist eine üble Stimmung im Boarding House und im Guesthouse warten allen, außer Fares, auf ihren Abschied… Hoffentlich verläuft der Tag heute ohne Tränen, dass ist nämlich für die Kinder nicht mehr tragbar! (Abgesehen davon, wenn wir diejenigen wären, die ständig vor den Kindern in Tränen ausbrechen, dann hätten wir die Hölle heiß gemacht bekommen!!).

Es lief ruhig ab im Boarding-Home. Dann sind wir mit 3 Kindern ins Krankenhaus. Ich ging mit Rehka und Kauhsilia zum Ohrenarzt. Er scheint mir meinen plötzlichen Abgang von vor einem Monat völlig verziehen zu haben, wir saßen da und machten Scherze, er sang Bollywood-Lieder und es war eine sehr lustige Sprechstunde. Im Krankenhaus sind die Türen allerdings offen, so dass die nächsten Patienten quasi mit in der privaten Audienz sind. Besonders wenn ich mit bin fällt das auf, alle reden mit von drinnen wie draußen. Nachdem der Arzt mir dann noch seinen rajasthanischen Heimatdialekt beibringen wollte, rebellierten doch einige Patienten von außen, sie wären in Zeitnot (Indien und Zeitnot??). Also, musste die etwas andere Sprechstunde abgekürzt und beendet werden.

Abends wurde dann Susannes Geburtstag gefeiert (und das Team-Meeting fiel aus!). Ich denke sie hat sich sehr über den Sari gefreut. Sie hat ein Vermögen für uns ausgegeben. Auf dem Dach standen Wein und Bier parat. Außer ein paar Zickeneinheiten von R., die ich allerdings persönlich nicht mitbekommen habe, war es ein sehr schöner Abend!

Jetzt ist es Morgen, ich habe schon Yoga hinter mir und springe nun unter die Dusche…bis später!