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Seine Majestät lässt bitten…

Die Wette haben wohl alle verloren (außer Anja, Du bekommst aber Punkteabzug). Wahrscheinlich, weil wir von Anfang an schon anders loslegten. Nämlich mit einem Tuk Tuk und nicht mit dem Moped wie sonst.

 Jaaaaaaa, er war da! Der District Magistrat war tatsächlich im Gebäude!! Wir sollten allerdings noch warten, da er momentan noch in einer Besprechung wäre. Frohen Mutes nahmen wir auf den ungemütlichen Stühlen Platz und warteten. Das es hier kein Fremden- und erst recht keinen Blondenbonus gab merkten wir schon bald, nach über drei Stunden Wartezeit waren wir uns dessen gewiss! Die Beamten neben uns bohrten entweder in der Nase, rülpsten frisch und frei, oder ließen ihre bearbeiteten Akten laut auf den Boden fallen. Dort blieben sie auch liegen, damit es ja keine Verwechslung mit den noch nicht geöffneten auf dem Schreibtisch gab. Falls ein Blatt mal, durch den Ventilator oder durch Unaufmerksamkeit, auf den Boden fiel, wurde es, damit dies nicht nochmal passierte, schön wieder mitten rein in den Stapel geschoben. Also wenn man Pech hat und sein Antrag gerne mal vom Tisch flattert, kann das so seine Jahre dauern bis er bearbeitet wird…

Dann sollten wir aufstehen, wir seien die Nächsten. Vor einer riesigen Tür mit einem kleinen Guckloch lauerten die Türsteher, um zu sehen, wann seine Gnaden uns Audienz gewärt. Auf einmal hieß es, wir wären dann doch noch nicht dran, es käme noch jemand vor uns (spätestens dann war mir klar, dass ich jegliche Hoffnung auf Bevorzugung abhaken kann) und so warteten wir stehend noch so, sagen wir mal, eine halbe Stunde. Als wir nun endlich an der Reihe waren, ging die große Tür auf und wir befanden uns in einem großes Zimmer und ein kleiner, schmaler, junger Minister saß an einem runden Mega-Tisch auf einem großen Stuhl und winkte, nicht aufblickend natürlich, uns heran.

Was ein Glück war Dirkusch dabei! Ich verstand kein Wort von diesem Mann!! Eine Minute später, ohne zu wissen warum und weshalb standen wir wieder vor der Tür. Dass er sagte, wir sollen noch zum Polizei-Chief gehen habe ich verstanden, dann sprach er von noch jemanden oder noch etwas von dem wir eine Erlaubnis bräuchten und daß er angeblich von sich gab, dass er die Trust kennt und die Arbeit klasse findet und uns deshalb seine Unterstützung garantiert, davon habe ich mal null und nichts mitbekommen…wie denn auch, wenn er die ganze Zeit so indisch guckt!?

Also, die erste Hürde ist geschafft, die Zweite folgt am Donnerstag (falls sich Dirrkusch daran erinnern kann, wo wir hinsollen…wie gesagt, ich hab nichts verstanden!).

Dirkusch lud mich noch auf einen gepressten Orangensaft ein, eigentlich wollte ich ja bezahlen, aber sie ließ es nicht zu und mit fast einer Stunde Verspätung erschien ich dann zum Unterricht.

 Die junge Frau, die angekettet wurde ist jetzt im Guesthouse eingetroffen. Sie nimmt jetzt freiwillig ihre Medikamente und ihr geht es etwas besser. Erst mal soll sie hier bleiben (hoffentlich macht sie das auch, das letzte Mal ist sie ja von hier angehauen) und später wohl in Shelter-House.

Die Proben waren heute wieder schwer, da erneut zwei Damen fehlten (gestern haben wir ihnen erst deutlich gemacht, wie wichtig es ist das alle da sind „Yes, yes, sure!“) und einige andere Proben wohl für überflüssig halten (da erkennt sich der ein oder andere wahrscheinlich wieder…). Aber erst mal wurde ich mit großem Hallo empfangen und meine Bemühungen für sie sehr gelobt. Ich glaube, sie haben echt Bock auf die Aufführungen!

Bei den Babys war es sehr ruhig und nett. Sie haben gemalt, was eine erholsame Ablenkung für uns alle war. Vimla (sie wird irgenwie doch nicht „Wimmler“ geschrieben) malte mir ein wunderschönes Bild. Wir beide in einem Haus zusammen…und auch Rika beschenke mich reich. Ihre Hausmama erzählte mir auch eine sehr gute Geschichte über die Mädchen. Vishnu, unsere Kleinste, hat wohl ihrem Vater bei einem Telefonat auf seine Frage, wann sie denn endlich wieder nach Setrawa käme geantwortet „Gar nicht. Mir gefällt es hier sehr gut und ich will hier nicht weg!“ Und Vimla hat ihren Eltern verboten jeden Tag anzurufen, jetzt ist nur noch Sonntag Gesprächsstunde.

 Klasse, also fühlen sich, allen Befürchtungen zum Trotz, die Mädels im Boarding Home wohl. Und das ist ja das Wichtigste!

 Meine Befürchtungen, dass Dirkusch nicht verstanden hat wohin wir eigentlich als nächstes sollen wächst…weil, ich weiß es ganz gewiss nicht!!!

 So meine Lieben, genug für heute! Morgen ist wieder Boutique angesagt, ich las von mir hören!

 

 

4 Antworten auf Seine Majestät lässt bitten…

  • Christian sagt:

    Ich hab´s ja schon immer gesagt: „Proben sind meist überflüssig“ – und sogar die Inder sehen das ein. Und: JA, ich habe mich wiedererkannt 🙂

  • Anja sagt:

    La la la la la – meck meck – meck meck!
    … La la la la la – meck meck – meck meck!
    ………………
    😀
    Was hab ich denn jetzt gewonnen? Was war DEIN Wetteinsatz?

    Siehste! Ich habs doch gesagt. Okayyyy, das Rumpsteak hätte ich Dir wirklich gegönnt, schade! … Wir schlachten nen Ochsen, wenn Du heimkommst! … Oder es gibt nen Rinderbraten zu Thanksgiving. 😉

    LG,
    Straight

  • Steffi sagt:

    Verloren…!

  • elgreco sagt:

    Tag auch!

    Die Wette hätte ich auch verloren.
    Hat mich so an meine zweite Heimat erinnert, wenn man dort mit „Behörden“ zu tun hat … (-;

    Ansonsten muss ich noch anmerken, dass man hier in Deutschland auch nicht viel versteht, wenn man in einem Bundesministerium einen Termin hat, an dem viele, viele , zu viele Beamte teilnehmen und diese sich untereinander über „Verwaltungsakte“ austauschen.
    Da versteht man als (auch nicht gerade ungebildeter) „normaler“ Mensch kein Wort.
    Bei dem Termin bekommt man „natürlich“ keine Tasse Kaffee, geschweige denn ein Glas Wasser angeboten…
    Dafür gibt’s einfach keinen „Haushaltstitel“ in der Verwaltung… (-;

    Gruß

    aLeX

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