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Monats-Archive: August 2012

Ein unverhoffter freier Vormittag…

Die Nacht war irgendwie nicht so prall…mehr Gedöse als Geschlafe. Aber ich konnte ja liegen bleiben. Das tat ich auch und Kati schloß sich an…um kurz vor 11 standen wir auf. Frühstück war vorbei, aber das war o.k., es war eh viel zu schwül (ja, und das in der Wüste)und von gestern noch voll.

Die morgendliche Ruhestörung fiel übrigens aus, was mir sagt, dass die Message gestern doch angekommen ist. Wenn auch vermutlich nicht gut aufgenommen wurde, aber darüber wird ja nicht geredet.

 Kurz nach dem Aufstehen, erfolgte ein Stromausfall (insgesamt an die 3 Stunden), die netterweise nur unser Zimmer und die Küche betrafen.Naja, also dafür gibt´s bei uns keine Ratten, man kann ja nicht Alles haben!

 Sacha hat uns ihren halben Kleiderschrank vermacht (das Gleiche werde ich wahrscheinlich auch tun, wenn ich abreise…noch 2 Monate…Mensch, Mensch, wie lang sich das anhört…), also Shoppen müssen wir erst mal nicht! Der Abschied von ihr war bei mir tränenreich! Wir hatten wirklich verdammt viel Spaß und ich werde sie sehr vermissen!

Um mich abzulenken machte ich mich dann, trotz Donnergrollen, auf den Weg in die Blue-City-Mall (habe ich schon erzählt, dass das Wort „Mall“ hier total falsch verwandt wird? Außer „Mall“ bedeutet so viel wie „Bazar“ oder „Wir haben alles, aber auf einem Wühltisch“.). Aber sie ist nah und eine Gesichtscreme wird da ja wohl zu finden sein.

Ich glaube zurück in Deutschland werde ich dieses ständige „Hi, how are you?“ vermissen. Vor allem von den Mädchen, die einen mit strahlenden Zähnen (manchmal allerdings nicht strahlend weiß, aber wenigstens Zähne…die meisten zumindest) anlächeln und winken. Mein Weg an der Straße lang wurde also wieder von 1000 Augen begleitet und von einigen Mündern begrüßt.

 Eine geeignete Creme fand ich schnell (oder besser: ob sie geeignet ist, wird sich einige Zeit nach dem ersten Auftragen zeigen) und schnell zum Ausgang, da kam er dann: der Regen. Unter genauer Beobachtung des Wachmannes, neben dem ich stand, zückte ich mein Handy, um einige Notizen zu machen. Daß der Mann neben mir seine Nase nicht auf dem Bildschirm platt gedrückt hat, wundert mich allerdings, offensichtlicher konnte er nicht schauen. Gut, dass ich mich auch mal umschaute, denn so fand ich Fares Frau in der Menge. Meine Heimfahrt mit Bundi und somit der trockene Fuß (inklusive alle anderen Körperteile), war also gesichert!

Der Unterricht fand heute übrigens nicht statt, der „Aufklärungsunterricht“ wider Liebesehe fand erst um 13h statt. War aber ganz angenehm mal eine freier Vormittag (es vorher zu wissen wäre allerdings noch ein bisschen angenehmer gewesen).

 Nach dem Mittagessen sind wir dann mal wieder ins Boarding House gefahren. Es hat geregnet, was glücklicherweise die Fliegen vertrieb. Gestern waren wir zwischendurch schwarz vor Fliegen. Besonders schön, wenn sie sich auf die durchgeschwitzte Haut setzten,…lecker! Kaushilia, das Mädchen welchem ich subtrahieren mit „Überschlag“ beibrachte, überraschte Renate mit richtigen Rechenergebnissen. Vielleicht sollte ich doch noch umschulen zur Mathelehrerin… Vimler hängt so doll an mir, dass ich sie zwischendurch einfach sitzen lassen muss, damit sie zu den anderen geht. Sie soll sich nicht zu sehr an mich gewöhnen, in 2 Monaten bin ich weg. (Das wird überhaupt ein schwerer Abschied!) Es wurde wieder viel geherzt und gescherzt und wie im Fluge war die Zeit vorbei. Ach die Babys sind einfach zu süß!

 Nun sitze ich, mal wieder hundemüde und warte auf , ich-weiß-auch-nicht-genau. Ich hab so eine Erwartungshaltung, dabei sollte ich einfach genießen, dass heute Abend frei ist. Morgen wird nämlich sehr anstrengend. Da hab ich dann mein erstes Monatsmeeting und diese sind auf 4 Stunden angesetzt. Also von 11h- 15h Meeting und danach von 15h- 18h Boarding-House. Ach wie gut, dass ich am Sonntag dann in die Boutique darf, sonst könnte ich mich ja langweilen…

Ihr Lieben, ich wünsche Euch einen schönen Freitagabend,

Eure Anke

 

 

Nicht alle sind immer (m)einer Meinung…

Scheiß lahme Verbindung. Habe gestern Stunden (ausnahmsweise mal keine Übertreibung) damit verbracht Seiten aufzubauen (also nicht ich habe sie aufgebaut, sondern der Computer….oder eben auch nicht!) und Sachen zu laden und und und….zu viele Gäste im Haus, die alle gleichzeitig ins Netz wollen! Lasst das Internet den Voluntären, Ihr seid im Urlaub und sollt ABSCHALTEN (im wahrsten Sinne des Wortes!)!!! Und es geht grad so weiter…wenn das so die nächsten 2 Monate bleiben soll, na, da aber mal „danke schön!“.

Ich habe Dirkusch für heute abgesagt, unsere Zickengranny ist wieder am Werk und ich hätte ihren Stick gebraucht, um eine Kopie des Anschreibens zu machen und darauf hatte ich, nach der heutigen neuen „Boutique-Arbeits-Verteilung“ (von wegen Corinne ist nächste Woche wieder da, um ihren Laden zu übernehmen…) nun so gar keine Lust! Sich selber nur 1 mal in zwei Wochen eintragen, zugeben, dass es einem aber richtig Spass macht und dann den Leuten die nun mal so gar keinen Bock drauf haben, diese ungeliebte Arbeit zuschieben… Was ist das für ein seltsames Machtspielchen??

Und dann hat sie die „Tree-Frau“, die immer noch im Guesthouse ist, behandelt wie ein Schnullerbaby. Wie die mit der gesprochen hat, als hätt sie sie nicht alle! Das Mädchen ist wirklich etwas zurückgeblieben (wenn wundert das nach JAHREN, die sie am Baum gefesselt war), aber man kann mit ihr doch vernünftig sprechen (soweit die Sprachbarriere das zulässt) und muss nicht in „Ja, gut gemacht, ja bravo, na, das ist aber toll, bububu“-Sprache mit ihr reden!?!

Dirkusch und ich hatten uns jetzt eigentlich für morgen verabredet, aber morgen ist irgendwie erst Eltern-Tag und danach kommt ein Psychologe, der mit den Mädchen sprechen soll, dass Wegrennen für eine Liebeshochzeit keine Lösung ist. Also, das arrangierte Ehen hoch gehalten werden ist bei uns schon angekommen, dass mit dem Warnen vom Davonlaufen passiert wohl eher, damit die Eltern ihre Kinder weiter zu dem Trust schicken und nicht denken, alle Mädchen hier n fremden Männern hinterher rennen werden.Nun morgen doch kein Werweißich-Permission-Termin, und mehr wissen wir auch nicht… Keiner weiß ob Workshop oder nicht. Aber so kann ich wenigstens Ausschlafen und darauf freue ich mich wie Bolle (wer ist eigentlich Bolle?).

Habe heute unserer Schrilllachgranny (auch Zickengranny genannt) angedeutet, dass wir durch besagtes Lachen immer früh geweckt werden (ich habe es, laut anderer, auch sehr charmant verpackt), aber sie wollte es nicht hören, denn sie war wieder wegen irgendwas schlechter Laune und das schon den ganzen Abend. 

Im Boarding-House war unsere neue indische amerikanische Engländerin mit, die doch Amerikanerin ist, nur in England gearbeitet hat, mit. Den Kids gefällt es natürlich, dass endlich jemand Hindi mit ihnen spricht. Sie entstammt allerdings einer sehr strengen Familie, in der die Frauen weder tanzen noch Chai-Tee trinken dürfen, nur Hindi gesprochen werden darf und Alkohol sowie jegliche Art von Genussmitteln verboten sind. Dementsprechend findet sie einige Dinge die Kati und ich tun nicht ganz so witzig, aber ich glaube die Kids können ganz gut selbst entscheiden, wo sie was machen und wo besser nicht. Sie werden bestimmt keinen angetäuschten Furz vor ihren Lehren loslassen (dieser Einfall stammt übrigends NICHT von uns, wir spielen nur mit, dass es stinkt). Prinka wollte heute von mit bestimmt 15 Minuten am Nacken gekrault werden und wenn das nicht in das indische Schema reinpasst, dann ist es mir echt egal, wenn die Kinder das brauchen, dann bekommen sie es auch. Ansonsten darf man halt keine westlichen Voluntäre holen! Aber so sind die Rollen gut verteilt: große indische, strenge Schwester und große deutsche, lustige Tanten.

Abends sind wir dann alle zusammen essen gegangen. Es ist Sachas und Evelyns letzter Abend. Die Restaurantauswahl war jetzt nicht so prall, aber es gab Fleisch und wir wurden zudem eingeladen! Das Bier tat gut!!

Und wir haben, neben einer indischen Hochzeit, wo alle irrsinnigen Spaß hatten, außer sie waren weibliche Gäste oder schlimmer noch, die Braut, außergewöhnliche Haustiere in indischen Großstadtwohnungen kennengelernt. Wenn Ihr allerdings findet, dass eine Ziege im Wohnzimmer normal ist, dann kann ich Euch aber auch nicht mehr helfen. Diese Ziege fraß aus ihrem Napf, der neben den Kindern stand, die Fernsehen schauten…. Gut, ich hab 2 Katzen, dass kommt dem einen oder anderen vielleicht auch seltsam vor. Aber gibt es eigentlich Ziegen-Katzen-Klos?

Da ich hundemüde bin und das Tippen zur Tortur wird, breche ich an dieser Stelle ab und sage: Bis morgen!

 

 

Warten, warten, warten…

Zuerst möchte ich heute von Nyrmerlas  (wenn ich die Namen immer anders schreibe, sorgt das vielleicht für Verwirrung, würde ich sie allerdings in Hindi schreiben, glaube ich, wäre sie noch grösser, die Verwirrung!) kleinem Sohn erzählen. Ein süßer kleiner Bursche von 3 Jahren. Dieses Männchen geht jetzt seit April in die Schule und das 5 Tage die Woche von 8h bis 12:30. Falls jemand vergessen hat wie alt er ist: DREI Jahre!!! Und Hausaufgaben hat er auf…als Nyrmerla sie mir zeigte da schlackerten mir die Ohren, alter Schwede, da würd ich mal sagen: Kindheit ade! Und er ist ja nicht der Einzige, alle fangen so früh an…aber lernen tun sie trotzdem nicht mehr!

Nach einem Kosmetikshopping-Ausflug am Morgen, von dem wir völlig durchgeschwitzt wieder kamen, wurde heute mit allen (!) Mädchen geprobt. Es wird besser und besser. Eine unserer Besseren zickte allerdings die ganze Zeit rum, bis sie mir schließlich anvertraute, dass sie sich so hässlich auf der Bühne fühlt und auch nicht gut spielen kann. Dabei ist sie großartig als böse, sowie auch als gute Schwiegermutter! Ich machte ihr Mut und am Schluß der Stunde „verbot“ ich ihr so was zu denken, weil sie klasse ist. Daraufhin nahm sie mich ganz fest in den Arm… ich hoffe es hat was bewirkt!

Dann musste ich in den Trust-Shop…juchu! Die Fahrt dahin war schon höchste seltsam! Der Tuk Tuk-Fahrer, der jedem Rock hinterher schaute und wir deshalb nur knapp dem ein oder anderen Auffahrunfall entgingen, wählte die beknackteste Route, die es zum Clocktower gibt. Mitten durch durch kleine Gässchen und Basarstrassen. Kaum 2 Tuk Tuks hatten nebeneinander Platz, aber gut, er wollte es ja so! Nachdem dann ein LKW (ich frage mich, wie der es überhaupt geschafft hat in diese Straße reinzukommen) die komplette Straße versperrte und kreuz und quer, links, rechts, oben und unten Fahrzeuge aller Art und Fußgänger sich türmten, stieg er laut schreiend aus und wollte wohl durch seine Stimmgewalt die Straße räumen. Verwunderlicher Weise hat dies nicht geklappt…Irgendwann löste sich der Verkehr auf und es wurde ich weiter durchs Nadelöhr gequetscht Gut, dass meine Platzangst so stark abgenommen hat… .

In der Boutique saß ich dann und wartete…ziemlich lang (die Zeit, die ich in Indien schon wartend verbracht habe ist gar nicht mehr zu zählen). Ein kleiner,  verwatzter indischer Straßenjunge kam rein. Nachdem ich ihm erzählte, dass dies ein Touristenladen sei und die Preise für diese so hoch sind, frage er „No Indiens?“ Ich sagte ihm, dass er doch schöne günstige Sachen auf dem Markt am Clocktower bekäme, darauf er: „Me no Clocktower, me ….. Italien!“. Na, wenn das so ist. Er schaffte es aber nicht mich von meinem Stuhl in den hinteren Raum zu locken, da blieb ich lächelnd indisch stur. Irgendwann, nachdem ich dem kleinen Italiener klar gemacht habe, dass es weder T-Shirts noch Taschen in dem Laden für ihn gibt, gab er mir die Hand, sagte „Hello. Kallimilenge!“ (Bis morgen auf Hindi) und verschwand. Danach kamen noch zwei richtige Italiener, die kaufte ein Kamel und das war es dann auch! So einen langen und langweiligen Nachmittag hat ich lange nicht mehr! 4,5 Stunden für 1 Kamel, na das nenn ich mal Umsatz!

Dafür schloss ich dann den Landen auch ne halbe Stunde früher. Wahrscheinlich sind mir so 1000 Kunden entgangen, die schlangestehend Einlass erbaten, aber ich hat einfach keinen Bock mehr!

Morgen, falls es nicht regnet, fahren Dirkusch und ich zu diesem Dings. Fares weiß auch nicht wie er heißt, er hat aber lobend gemeint, dass es ja unglaublich wäre, dass wir es geschafft hätten, dass dieses Arschloch von District Magistrat (O-Ton Fahres) sogar bei diesem Dings angerufen hat und wir seine Erlaubnis für Vorführungen schon haben (ich war also nicht die „Blonde“-Waffe, sondern eher der Depp, der sich mit Leuten, die er nicht leiden kann rumschlagen muss. Aber zur Prügelei ist es ja glücklicherweise nicht gekommen, für so was hätte der Magistrat wahrscheinlich eh keine Zeit gehabt, wir hatten seine Zusage ja nach einer Minute schon in der Tasche). Na, da hab ich doch mal richtig gemacht…und nicht nur das, er hat sich ebenso lobend über die Theaterstunde, die er sich mit dieser Journalistin angeschaut hat, geäußert. Ob wir die Mädels nicht besser noch länger behalten wollten? Hätten wir ja eh gemacht, aber so konnten wir uns einer Diskussion entziehen. Klar wollen wir das, danke Fares!!

 

 

 

Seine Majestät lässt bitten…

Die Wette haben wohl alle verloren (außer Anja, Du bekommst aber Punkteabzug). Wahrscheinlich, weil wir von Anfang an schon anders loslegten. Nämlich mit einem Tuk Tuk und nicht mit dem Moped wie sonst.

 Jaaaaaaa, er war da! Der District Magistrat war tatsächlich im Gebäude!! Wir sollten allerdings noch warten, da er momentan noch in einer Besprechung wäre. Frohen Mutes nahmen wir auf den ungemütlichen Stühlen Platz und warteten. Das es hier kein Fremden- und erst recht keinen Blondenbonus gab merkten wir schon bald, nach über drei Stunden Wartezeit waren wir uns dessen gewiss! Die Beamten neben uns bohrten entweder in der Nase, rülpsten frisch und frei, oder ließen ihre bearbeiteten Akten laut auf den Boden fallen. Dort blieben sie auch liegen, damit es ja keine Verwechslung mit den noch nicht geöffneten auf dem Schreibtisch gab. Falls ein Blatt mal, durch den Ventilator oder durch Unaufmerksamkeit, auf den Boden fiel, wurde es, damit dies nicht nochmal passierte, schön wieder mitten rein in den Stapel geschoben. Also wenn man Pech hat und sein Antrag gerne mal vom Tisch flattert, kann das so seine Jahre dauern bis er bearbeitet wird…

Dann sollten wir aufstehen, wir seien die Nächsten. Vor einer riesigen Tür mit einem kleinen Guckloch lauerten die Türsteher, um zu sehen, wann seine Gnaden uns Audienz gewärt. Auf einmal hieß es, wir wären dann doch noch nicht dran, es käme noch jemand vor uns (spätestens dann war mir klar, dass ich jegliche Hoffnung auf Bevorzugung abhaken kann) und so warteten wir stehend noch so, sagen wir mal, eine halbe Stunde. Als wir nun endlich an der Reihe waren, ging die große Tür auf und wir befanden uns in einem großes Zimmer und ein kleiner, schmaler, junger Minister saß an einem runden Mega-Tisch auf einem großen Stuhl und winkte, nicht aufblickend natürlich, uns heran.

Was ein Glück war Dirkusch dabei! Ich verstand kein Wort von diesem Mann!! Eine Minute später, ohne zu wissen warum und weshalb standen wir wieder vor der Tür. Dass er sagte, wir sollen noch zum Polizei-Chief gehen habe ich verstanden, dann sprach er von noch jemanden oder noch etwas von dem wir eine Erlaubnis bräuchten und daß er angeblich von sich gab, dass er die Trust kennt und die Arbeit klasse findet und uns deshalb seine Unterstützung garantiert, davon habe ich mal null und nichts mitbekommen…wie denn auch, wenn er die ganze Zeit so indisch guckt!?

Also, die erste Hürde ist geschafft, die Zweite folgt am Donnerstag (falls sich Dirrkusch daran erinnern kann, wo wir hinsollen…wie gesagt, ich hab nichts verstanden!).

Dirkusch lud mich noch auf einen gepressten Orangensaft ein, eigentlich wollte ich ja bezahlen, aber sie ließ es nicht zu und mit fast einer Stunde Verspätung erschien ich dann zum Unterricht.

 Die junge Frau, die angekettet wurde ist jetzt im Guesthouse eingetroffen. Sie nimmt jetzt freiwillig ihre Medikamente und ihr geht es etwas besser. Erst mal soll sie hier bleiben (hoffentlich macht sie das auch, das letzte Mal ist sie ja von hier angehauen) und später wohl in Shelter-House.

Die Proben waren heute wieder schwer, da erneut zwei Damen fehlten (gestern haben wir ihnen erst deutlich gemacht, wie wichtig es ist das alle da sind „Yes, yes, sure!“) und einige andere Proben wohl für überflüssig halten (da erkennt sich der ein oder andere wahrscheinlich wieder…). Aber erst mal wurde ich mit großem Hallo empfangen und meine Bemühungen für sie sehr gelobt. Ich glaube, sie haben echt Bock auf die Aufführungen!

Bei den Babys war es sehr ruhig und nett. Sie haben gemalt, was eine erholsame Ablenkung für uns alle war. Vimla (sie wird irgenwie doch nicht „Wimmler“ geschrieben) malte mir ein wunderschönes Bild. Wir beide in einem Haus zusammen…und auch Rika beschenke mich reich. Ihre Hausmama erzählte mir auch eine sehr gute Geschichte über die Mädchen. Vishnu, unsere Kleinste, hat wohl ihrem Vater bei einem Telefonat auf seine Frage, wann sie denn endlich wieder nach Setrawa käme geantwortet „Gar nicht. Mir gefällt es hier sehr gut und ich will hier nicht weg!“ Und Vimla hat ihren Eltern verboten jeden Tag anzurufen, jetzt ist nur noch Sonntag Gesprächsstunde.

 Klasse, also fühlen sich, allen Befürchtungen zum Trotz, die Mädels im Boarding Home wohl. Und das ist ja das Wichtigste!

 Meine Befürchtungen, dass Dirkusch nicht verstanden hat wohin wir eigentlich als nächstes sollen wächst…weil, ich weiß es ganz gewiss nicht!!!

 So meine Lieben, genug für heute! Morgen ist wieder Boutique angesagt, ich las von mir hören!

 

 

Und täglich grüßt das Murmeltier

Na, die Nacht war doch schon besser…irgendwie seltsam, aber besser!

Nur der Wecker, der um 9 Uhr geklingelt hat, hat irgendwie gestört. Aber, heute ist ja High-Court-Tag (oder auch nicht, wenn mich Dirkusch wieder versetzt, was ich aber auch nicht tragisch finde, dann gehen wir halt „Tomorrow, tomorrow, tomorrow“ (die anderen 3 indischen „T“s)). Es ist heut wieder ein verdammt heißer Tag und ich hoffe Dirkusch hat keinen Helm für mich dabei, dass wird mir zu warm auf dem Moped!

 Ich wurde nicht versetzt. Wir fuhren also wieder hin (langsam bin ich echt Profi, was das Umfassen von zig Dingen mit der einen, dem Schal mit der anderen Hand und sich, wenn möglich, hinten noch leicht festhalten, also mit der „Schalhand“ und dabei relaxt dem indischen Großstadtverkehr ins Auge zu blicken, angeht. Auch wenn dieser Satz grammatikalisch eine Katastrophe ist, geh ich davon aus, dass jeder ihn kapiert!)

Wir waren also wieder da! Gleiche Zeit, gleicher Ort. Leider hat sich auch das andere wiederholt, denn… der District Magistrat war natürlich wieder nicht da! Heute Nachmittag …wahrscheinlich… Da wir aber beide, Dirkusch und ich, heute keine Zeit mehr haben, haben wir das ganze Prozedere auf morgen früh verschoben…ich denke ich werde noch öfter in dem Gerichtsgebäude sein, als mir lieb ist!

 Wir haben das Schattentheater heute ausprobiert. Kati hat Stoff gekauft und mit meiner Schnur und Sicherheitsnadeln haben wir ihn dann notdürftig befestigt. Das wird toll! Leider fehlten wieder 2 Mädchen so konnten wir nicht richtig proben und haben dann am Schluß improvisiert. Das Tuch war schon wieder ab, da kam Fares mit einer Journalistin, natürlich unangemeldet und 10 Minuten vor Schluß und wollte es sehen. Mit einem Lächeln sagte ich, dass wir ihm gerne was anderes zeigen. War mir dann egal, wir haben ja eh noch nicht die Szenen hinter dem Laken spielen können und außerdem kann er nicht antanzen, wann er will und dann rumkommandieren. Und so spielten die Mädchen „Böse Schwiegermutter“- Ausschnitte vor. Die Reaktion der beiden (Fares und der Journalistin) zeigten uns, dass alles der Wahrheit entspricht… Dann folgte ein Fototermin und ohne ein Wort standen wir wieder alleine da…Vielleicht war ich ja auch im Fieberwahn!?!

Fast eine Stunde zu spät erschienen wir dann im Boarding-House und es war wieder Hausaufgabenzeit. Und was für dämliche Aufgaben die Kids immer auf haben! Seitenweise müssen sie Sachen aus ihrem Buch abschreiben und sie verstehen gar nicht, was sie schreiben…in keinem Fach! Also das Schulsystem ist echt mal: SCHEIßE!!! Zum Spielen bleibt auch keine Zeit, man ist stundenlang damit beschäftigt, neben den Kindern zu sitzen und aufzupassen, dass sie auch alles machen, sonst gibt’s Schläge in der Schule!

 Und müde bin ich… naja, kann ja bald schlafen, abends verpasst man ja nicht ganz so viel (meistens mal so gar nix!).

Habe ich eigentlich von Volkssport Nummer 1 erzählt (außer Kricket natürlich, ich hoffe mir hier noch ein Spiel ansehen zu können!)?“An die Wände pissen“ heißt er. Manche spielen auch in der Oberliga mit „Piss wohin du wills, wann du willst“. Ich habe noch nie so viele Pinkler gesehen wie hier. Auch die Mädchen. Bikini geht gar nicht…aber pissen…o.k., wieder eine Sache, die ich nicht verstehen muss. Ständig ist man in Gefahr auf irgendeinen indischen Schniedel starren zu müssen, woher der Gestank kommt, verwundert da nicht ganz so…

 Ihr merkt, so langsam lebe ich mich ein, es gibt nicht mehr soooo viel zu erzählen wie am Anfang…aber vorerst werde ich Euch trotzdem noch täglich mit Einträgen nerven (das habt Ihr davon, wenn Ihr ihn lest (ich freue mich aber über jeden von Euch!!)).

 Bis morgen (wir können eine Wette abschließen: ist der District Magistrat morgen da oder nicht? Auf was ich setzte bleibt geheim, aber wahrscheinlich ratet Ihr es von selbst…) und gute Nacht!